35 Prozent mehr Cyberangriffe in der Schweiz im Juli

Im Juli belief sich die Zahl der Cyberangriffe in der Schweiz auf durchschnittlich 1489 pro Unternehmen und Woche, was einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ransomware-Angriffe verdoppeln sich im Jahresvergleich und auch die Anzahl der Cyberbedrohungen steigen im Juli 2026.

Bild: depositphotos/ryanking999

Check Point Research, die Threat Intelligence-Abteilung von Check Point Software Technologies Ltd. veröffentlicht ihre «Global Threat Intelligence»-Ergebnisse für Juli 2026. Die Cyberbedrohungslage im Juli verschlechtere sich an mehreren Stellen. Das weltweite Angriffsvolumen erhöhte sich weiter und die Ransomware-Aktivitäten wichen von dem zu Beginn des Jahres beobachteten, eher stabilen Muster ab. Darüber hinaus traten die Risiken im Zusammenhang mit GenAI deutlicher als das operative Risiko zutage. Unternehmensweit werden vermehrt KI-Tools genutzt und mehr Prompts generiert, zumeist ohne entsprechende Governance.

Die Schweiz schneidet im Ländervergleich mit Österreich und Deutschland im Mittelfeld ab. In der Schweiz sahen sich Organisationen im Durchschnitt mit 1489 Angriffen pro Woche konfrontiert, was einer Steigerung von 35 Prozent entspricht. Dagegen waren es in Österreich zwar mit 2314 Attacken mehr Angriffe pro Woche und Organisation, allerdings war das Level schon immer hoch, so dass das Wachstum mit 34 Prozent im Jahresvergleich etwas geringer ausfällt. In Deutschland konnten 1723 Cyberattacken pro Woche festgestellt werden, was einer Steigerung von 40 Prozent entspricht.

«Erneut verzeichneten wir einen Anstieg der Attacken auf Schweizer Organisationen und die Schlagzeilen über die Opfer sprechen für sich. Vor allem Phishing und Ransomware befinden sich unter den gängigsten Angriffstechniken. Unsere Daten zeigen, dass Cyberkriminelle es im Juli vor allem auf Behörden, Krankenhäuser, Medizintechnik- und Handelsunternehmen abgesehen hatten,» erläutert Marco Pierro, Country Manager Schweiz bei Check Point Software.

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Cyberattacken nach Branche (Quelle: Check Point Research 2026)

Der Bildungssektor bleibt die am stärksten betroffene Branche, während Energie und Gastgewerbe zulegten

Im Juli blieb der Bildungssektor weltweit die am stärksten betroffene Branche mit durchschnittlich 4.848 Angriffen pro Woche und Organisation, was eine Erhöhung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Es folgten der öffentliche Sektor mit 3.044 Angriffen und die Telekommunikationsbranche mit 2.927 Angriffen, während die Zahl der Angriffe auf den Energie- und Versorgungssektor um 20 Prozent auf 2.759 stieg und der Gastgewerbe-, Reise- und Freizeitsektor mit 2.614 Angriffen (ein Plus von 28 %) erstmals unter den Top 5 landete.

Europa verzeichnet einen starken Anstieg an Cyberattacken

Europa stach im kontinentalen Vergleich insgesamt durch sein starkes Wachstum an Cyberattacken hervor: Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 2.051 Angriffe pro Woche und Unternehmen, während sie in Nordamerika um neun Prozent auf 1.613 anstieg.

GenAI-Risiken entwickeln sich aus der Theorie zum alltäglichen Unternehmensrisiko

Risiken im Zusammenhang mit GenAI wurden zu einem alltäglichen Geschäftsthema: Jede 36. Prompt barg ein hohes Risiko für den Verlust sensibler Daten. 88 Prozent der Unternehmen, die regelmässig GenAI nutzen, waren von risikoreichen Anfragen betroffen. 22 Prozent der Prompts enthielten potenziell sensible Informationen. Die Unternehmen setzten durchschnittlich acht GenAI-Tools ein, wobei die Nutzer im Durchschnitt 95 Prompts generierten. Personenbezogene Daten waren die am häufigsten betroffene Kategorie geleakter sensibler Daten und tauchten in 70 Prozent der untersuchten Fälle auf, gefolgt von Finanzdaten sowie Netzwerk- und IT-Infrastruktur mit jeweils 68 Prozent.

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GenAI Risiken nach Branche (Quelle: Check Point Research 2026)

E-Mails sind nach wie vor ein zentraler Einstiegspunkt für Cyberrisiken

E-Mails blieben ein risikoreicher Kanal mit hohem Aufkommen: Jede 128. E-Mail wurde als Phishing eingestuft. Die Zahl unterstreicht die Rolle der E-Mail als häufiger Ausgangspunkt für den Diebstahl von Zugangsdaten, die Verbreitung von Malware und Business-E-Mail-Compromise.

Omer Dembinsky, Data Research Manager bei Check Point Research erklärt: «Die Daten vom Juli zeigen, dass sich Cyberrisiken gleichzeitig an mehreren Stellen häufen. Das Angriffsvolumen steigt weiter an, Ransomware hat stark zugenommen, und die Gefährdung durch GenAI ist mittlerweile Teil des täglichen Geschäftsbetriebs. Unternehmen benötigen eine präventiv ausgerichtete, KI-gesteuerte Sicherheit, die Netzwerke, Nutzer, Daten und KI-Workflows schützt, bevor Angriffe Auswirkungen haben können.»

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Email Phishing nach Region (Quelle: Check Point Research 2026)

Zahl der gemeldeten Ransomware-Opfer steigt sprunghaft an

Die deutlichste Veränderung im Juli war bei Ransomware zu verzeichnen. Die Zahl der gemeldeten Angriffe stieg auf 964. In Prozent dargestellt sind das 49 Prozent mehr gegenüber Juni und 87 Prozent mehr im Vergleich zum Juli 2025. Dies stellt eine deutliche Abkehr von der ersten Hälfte des Jahres 2026 dar, als die monatliche Ransomware-Aktivität im Durchschnitt bei rund 672 Vorfällen lag. Der Sektor «Unternehmensdienstleistungen» blieb mit einem Anteil von 32 Prozent der gemeldeten Opfer am stärksten betroffen, gefolgt von der «Industrie» mit 14 Prozent und dem Bereich «Konsumgüter und Dienstleistungen» mit 13 Prozent.

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Entwicklung der Ransomware-Opfer (Quelle: Check Point Research 2026)

 

Nordamerika blieb die am stärksten betroffene Region und machte 45 Prozent der gemeldeten Ransomware-Vorfälle aus, Europa folgt mit 28 Prozent. Das Geschäft mit Verschlüsselungs- und Erpressungssoftware ist also ungebrochen lukrativ.

Ransomware by Region.png
Verteilung der Ransomware-Opfer nach Region (Quelle: Check Point Research 2026)

«The Gentlemen» und «Qilin» sind die aktivsten Ransomware-Gruppen

«The Gentlemen» und «Qilin» waren im Juli die am häufigsten auftretenden Ransomware-Gruppen und waren jeweils für 14 Prozent der veröffentlichten Angriffe verantwortlich. «DeadLock» belegte mit 10 Prozent und 97 gemeldeten Opfern den dritten Platz, was die anhaltenden Veränderungen im Ransomware-Ökosystem verdeutlicht.

«Der steile Anstieg an Cyberattacken ist ungebrochen und ein wichtiger Faktor bleibt trotz aller Bemühungen: Ransomware. Unter den umtriebigsten Gruppierungen gehörten im Juli «the Gentlemen» und «Qilin». Die Gruppe «the Gentlemen» wählt gezielt mit dem Internet verbundene Geräte (VPNs, Firewalls) als Einstiegspunkt aus und verschlüsselt, sobald sie sich Zugang verschafft hat, innerhalb weniger Stunden das gesamte Netzwerk. Die mit dem RaaS-Gruppe Qilin verbundenen Partner sind dafür bekannt, doppelte Erpressungstaktiken anzuwenden,» führt Patrick Fetter, Lead Sales Engineer & Cyber Security Evangelist bei Check Point Software aus.

Quelle: Checkpoint

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