BABS lanciert digitales Tool für Notfallpläne zum Schutz von Kulturgütern
Das BABS veröffentlicht ein neues digitales Tool, mit dem Institutionen Notfallpläne für den Schutz von Kulturgütern erstellen können – modular, einfach und mit Fokus auf Evakuierung, Alarmierung und Krisenorganisation.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) hat eine neue digitale Vorlage für Notfallpläne veröffentlicht. Ziel ist es, Museen, Archive, Bibliotheken, Kirchgemeinden sowie weitere Institutionen dabei zu unterstützen, Kulturgüter im Krisenfall besser zu schützen. Kulturgüter seien nicht nur von künstlerischem und historischem Wert, sondern auch identitätsstiftend – und könnten in Notlagen ebenso bedroht werden wie kritische Infrastrukturen, etwa durch Wasser- oder Feuerschäden. Auch in bewaffneten Konflikten werde kulturelles Erbe häufig gezielt angegriffen.
Verantwortlichkeiten definiert
Ein Notfallplan soll insbesondere das Vorgehen bei einer Evakuierung regeln. Dazu gehört die vorgängige Festlegung von Prioritäten: Welche Objekte müssen im Ereignisfall zuerst gesichert oder evakuiert werden? Darüber hinaus werden Rollen und Verantwortlichkeiten des Personals definiert sowie wichtige Informationen für Einsatzorganisationen wie Feuerwehr oder Zivilschutz bereitgestellt. Das BABS ermutigt alle Verantwortlichen, einen solchen Notfallplan zu erstellen und stellt dafür nun ein standardisiertes Tool zur Verfügung.
Die Vorlage wurde im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Kulturgüterschutz (EKKGS) gemeinsam mit einer Facharbeitsgruppe entwickelt. Sie ist modular aufgebaut und als Website verfügbar. Jedes Modul enthält eine interaktive PDF-Vorlage, eine Anleitung, ein ausgefülltes Beispiel sowie zusätzliche Hilfestellungen. Zu den Modulen gehören unter anderem eine Gefährdungsanalyse, ein Alarmierungsschema, Notfallkontakte, die Organisation eines Krisenstabs sowie Standorte und Listen prioritärer Objekte.
Schulungen geplant
Institutionen können ihren Notfallplan je nach Bedarf individuell zusammenstellen, Module weglassen oder ergänzen. Das Tool ist bewusst einfach konzipiert, damit es auch ohne vertiefte Vorkenntnisse eingesetzt werden kann. Das BABS plant zudem, im Laufe des Jahres Schulungen zur Anwendung anzubieten.
Gleichzeitig weist das Bundesamt darauf hin, dass ein Notfallplan allein nicht genügt: Er müsse regelmässig aktualisiert und vor allem beübt werden. Wirksamer Kulturgüterschutz erfordere gut ausgebildete Fachleute sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften.
Quelle: babs.admin.ch

