ArbeitsSicherheit Schweiz: die Messe im Rückblick

Zwei Messetage, eine volle Halle und Aussteller von Erste-Hilfe-Lösungen über KI-gestützte Sicherheitssoftware bis hin zu passiven Exoskeletten: Die ArbeitsSicherheit Schweiz 2026 hat gezeigt, dass das Thema Arbeitssicherheit längst mehr ist als Pflichtprogramm – es wird strategisch.

Alexander Petsch, Chief Enabling Officer bei HRM Institute

«Die Messe hat meine Erwartungen voll erfüllt – volle Halle, spannende Themen, gut besuchte Foren. Das Thema Arbeitssicherheit, Corporate Health und Corporate Fashion gewinnt weiter an Bedeutung.

Die grösste Herausforderung für unsere Kunden ist, den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, die richtigen Lösungen zu finden und sich der eigenen Risiken bewusst zu werden. Arbeitsausfall wird immer strategischer. Ein konkretes Beispiel: Wer wegen Fachkräftemangel Mitarbeitende alleine losschickt statt im Team, muss diese anders ausstatten und mit anderen Sicherheitslösungen versorgen. Gleichzeitig gibt es viel Innovation – etwa Exoskelett-Lösungen, die im Kontext des demografischen Wandels zeigen, wie man länger und ohne körperlichen Verschleiss arbeiten kann.

Mein persönliches Highlight ist, dass dieser Marktplatz funktioniert – dass die Arbeitssicherheit Schweiz als Veranstaltung rund läuft und wir schönes Feedback bekommen. Das ist nicht selbstverständlich.»

Software für Arbeitssicherheit gab es am Stand von safely zu entdecken (Foto: Redaktion)

Marco Lobsiger, Geschäftsführer safely

«Mit unserer Webapplikation safely können Unternehmen Arbeitssicherheit vollumfänglich digital erledigen. Viele Betriebe arbeiten noch mit Excel, stossen aber an Grenzen. Unser Ziel ist es zu zeigen, dass Arbeitssicherheit auch einfach und effizient geht. Denn Arbeitssicherheit zu wollen ist das eine – Zeit und Geld dafür zu investieren das andere. Wer es wirklich bewirtschaftet, erhöht gleichzeitig die Rechtssicherheit und kann sichere Arbeitsplätze garantieren. Unsere Lösung eignet sich für Unternehmen jeder Grösse – von zehn Mitarbeitenden bis zum Grosskonzern. Die Gesetze gelten schliesslich für alle gleich. In den Gesprächen an der Messe haben wir gemerkt, dass viele zu uns kommen, weil sie solche Lösungen noch gar nicht kannten und jetzt zum ersten Mal konkret nachfragen. Und dann stellt sich schnell heraus – das könnte genau das Richtige für sie sein.»

 

Am Stand der bfu konnten die Besucher Gefahrenquellen auf einem Suchbild identifizieren (Foto: Redaktion)

Jeannette Jufer, Beraterin bei BFU 

«Unser Thema ist die Freizeitunfallverhütung. Immer mehr Betriebe sehen in ihren Statistiken, dass ein erheblicher Teil der Absenzen auf Freizeitunfälle zurückzuführen ist – und sie suchen nach Möglichkeiten, das zu reduzieren, am liebsten mit möglichst wenig Aufwand. Was uns auffällt: Das Bewusstsein hat sich stark verändert. Früher hiess es oft, das ist Freizeit, da können wir nichts machen und uns nicht einmischen. Heute sehen die meisten Betriebe das anders – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel fehlt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wenn sie ausfallen. Freizeitunfallverhütung ist kein Eingriff in die Privatsphäre mehr, sondern eine strategische Massnahme.»

 

Der Stand von Cederroth (Foto: Redaktion)

Wolfgang Lips, Head of Sales DACH, Cederroth

«Wir bieten Erste-Hilfe-Lösungen für jede Branche an – flexibel, mit einem sehr breiten Kundenkreis. Das Besondere an unseren Produkten ist ihre Einfachheit – sowohl für die Person die sie anwendet, als auch für die Person die nachfüllt. Mit unseren offenen Spenderlösungen sieht man sofort, ob etwas fehlt oder leer ist. Bei geschlossenen Koffern ist das oft schwierig zu erkennen. In unseren Gesprächen an der Messe haben wir zwei Trends bemerkt: überraschend viele Anfragen rund um Brandverletzungen, und generell eine starke Nachfrage nach einfachen, unkomplizierten Lösungen – besonders das Thema einfaches Nachfüllen kommt immer wieder. Uns zeigen die Fragen, dass sich die Leute im Vorfeld wirklich mit dem Thema Erste Hilfe beschäftigt haben.»

 

Der Messestand von domeba (Foto: Redaktion)

Ralf Jaschek, Account Manager Schweiz, domeba GmbH

«Die Nachfragen an der Messe waren vielfältig: Schulungen, Gefährdungsbeurteilungen, und sehr stark nachgefragt wird das Thema Audits und Betriebsbegehungen – wie kann ich das strukturiert mit Checklisten umsetzen. Das sind alles Bereiche in denen wir Lösungen anbieten.Unsere Software entwickelt sich laufend weiter. Zuletzt haben wir KI integriert. Ein konkretes Beispiel: Wir lesen Sicherheitsdatenblätter und Gefahrstoffdaten automatisch aus und schreiben sie in eine saubere Datenbank – daraus können dann halbautomatisch Betriebsanweisungen erstellt werden. Was früher vier Stunden gedauert hat, verdichten wir auf unter eine Stunde. KI wird langfristig sicher eine noch grössere Rolle in der Arbeitssicherheit spielen.»

Passgenauen Gehörschutz gab es am Stand von earwear (Foto: Redaktion)

Guy Schleiniger, Managing Director, earwear GmbH

«Wir präsentieren an der ArbeitsSicherheit Schweiz unsere Gehörschutzlösungen. Das Besondere an unserem Produkt ist die individuelle Anpassung. Dadurch sitzt der Gehörschutz so angenehm, dass man ihn problemlos mehrere Stunden trägt – und nur getragener Gehörschutz schützt auch wirklich. Unsere Mitarbeitenden begleiten die Kunden dabei persönlich, um die Berührungsängste abzubauen. Dass Lärm ab 80 Dezibel das Gehör schädigt, ist den Profis hier bestens bekannt. Die Lösung ist bekannt – wir als Firma sind es noch etwas weniger. Deshalb sind wir hier.»

 

Am Stand von Auxivo konnten Interessierte Exoskelette live testen (Foto: Redaktion)

Olivier Barras, Sales Manager Auxivo AG

«Wir stellen passive Exoskelette her – die mit Energie-Speicher-Elementen arbeiten. Wenn man sich nach vorne beugt, wird die Bremsenergie gespeichert und beim Aufrichten wieder zurückgegeben. Das macht weder schneller noch stärker – aber es entlastet die Muskulatur, reduziert die Ermüdung und schützt langfristig vor Muskel-Skelett-Erkrankungen. Unsere Produkte sind besonders dort wirksam, wo das eigene Körpergewicht die Belastung ist – bei Winzern, Malern, Gipsern – oder bei repetitiven Tätigkeiten wie in der Logistik oder auch bei langen statischen Positionen wie zum Beispiel Chirurgen. Mit uns geht es nicht besser – aber länger.»

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