Carbon-Rettungsleiter: weniger Gewicht, schnellerer Aufbau, weniger Personalbedarf

Eine Carbon-Rettungsleiter aus Schweizer Entwicklung geht in die Serienproduktion. Sie reduziert Gewicht und Personalbedarf im Einsatz deutlich und ist bereits in 16 Kantonen im Dienst.

Die Carbonleiter lässt sich mit nur zwei Personen transportieren und notfalls auch aufstellen (Foto:

Schweizer Feuerwehren stehen zunehmend unter Druck: Sinkende Mannschaftsstärken treffen auf unverändert hohe Anforderungen an schnelle Rettungseinsätze. Eine neue Carbon-Rettungsleiter, entwickelt aus einer Initiative von Feuerwehrpraktikern, der Carrosserie Rusterholz (Richterswil) und der OST – Ostschweizer Fachhochschule (Rapperswil-Jona), soll genau hier ansetzen. Die Leiter wird seit Kurzem in einer für die Serienfertigung optimierten Version produziert.

Im Vergleich zu herkömmlichen Holz- oder Aluminiumleitern reduziert die Carbon-Ausführung das Gewicht deutlich: Bei rund 15 Metern Länge liegt es bei etwa 50 Kilogramm, während konventionelle Modelle je nach Bauart 70 bis 120 Kilogramm erreichen. Damit lässt sich die Leiter in der Praxis auch mit minimaler Besatzung einsetzen. «Wir können notfalls auch mit zwei Leuten eine Leiter stellen – statt mit vier bis sechs wie früher», sagt Clot Müller, stellvertretender Kommandant und Ausbildner der Feuerwehr Rapperswil-Jona.

Neben dem Gewicht ist vor allem die höhere Steifigkeit ein Sicherheits- und Komfortfaktor: Beim Besteigen schwingt die Leiter deutlich weniger, was insbesondere bei Einsätzen mit Atemschutz und voller Ausrüstung in grösserer Höhe relevant ist. Zusätzlich erleichtern neu entwickelte Stützfüsse den Aufbau, indem sie beim Aufstellen einen Teil des Gewichts übernehmen und so die körperliche Belastung reduzieren. Die Leiter gilt ausserdem als brandsicherer als Aluminium- oder Holzmodelle.

Die Verbreitung ist bereits weit fortgeschritten: Mehr als 150 Leitern sind heute in 16 Kantonen im Einsatz. Schutz & Rettung Zürich hat nach eigenen Angaben nahezu alle Einsatzfahrzeuge – inklusive der Fahrzeuge am Flughafen – damit ausgerüstet.

Bisher wurden in Richterswil rund 20 Leitern pro Jahr in Handarbeit gefertigt. Ein Team um OST-Professor Gion Barandun (Faserverbundtechnik) hat die Konstruktion gemeinsam mit der Carrosserie Rusterholz für die Serienproduktion weiterentwickelt. «Dadurch können wir die Produktion von bisher 20 auf 100 oder auch 200 Carbonleitern pro Jahr erhöhen», sagt Beat Sallenbach, Geschäftsführer der Swiss Rescue Innovation GmbH, die das Produkt vertreibt. Die Entwicklungsarbeit basiert auf zwei durch Innosuisse unterstützten Forschungsprojekten.

Die Serienversion wurde im Prüftechnik-Labor der OST u. a. mit Biege- und Bruchtests geprüft. Laut Dominik Stapf, Leiter Prüftechnik am IWK der OST, werden die hohen Anforderungen an Rettungsleitern erfüllt.

Quelle: ost.ch

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