Notruf per Text: Bundesrat modernisiert Notrufsystem

Künftig soll die Bevölkerung Polizei, Feuerwehr und Sanität nicht nur per Sprachanruf, sondern auch schriftlich über Echtzeittext erreichen können. Die Funktion ist bereits in den neuesten Smartphones integriert – weder eine App noch ein Login sind erforderlich. Besonders für Menschen mit Hörbeeinträchtigung bedeutet das einen direkten, unkomplizierten Zugang zu den Notdiensten.

Die neue Echtzeittext-Funktion erleichtert Menschen mit Hörbeeinträchtigung den direkten Zugang zu Polizei, Feuerwehr und Sanität. (Foto: depositphotos/serezniy)

Künftig soll die Bevölkerung Polizei, Feuerwehr und Sanität nicht nur per Sprachanruf, sondern auch schriftlich über Echtzeittext erreichen können. Die Funktion ist bereits in den neuesten Smartphones integriert – weder eine App noch ein Login sind erforderlich. Besonders für Menschen mit Hörbeeinträchtigung bedeutet das einen direkten, unkomplizierten Zugang zu den Notdiensten.

Bis die Funktion genutzt werden kann, müssen jedoch technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein: Die Mobilfunknetze müssen vollständig digitalisiert, die Alarmzentralen entsprechend ausgerüstet und das Personal geschult werden. Der genaue Zeitpunkt der Verfügbarkeit wird in Absprache mit den Notdienst-Zentralen bekanntgegeben.

Kurznummer 142 – kostenlose Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt

Seit dem 1. Mai 2026 ist die Kurznummer 142 der Opferhilfe Schweiz in Betrieb. Sie bietet Opfern häuslicher Gewalt eine zentrale, kostenlose Anlaufstelle. Die Fernmeldedienstanbieterinnen sind verpflichtet, keinerlei Anrufdaten weiterzugeben – die Vertraulichkeit ist damit gesetzlich gesichert.

Fahrzeugnotruf fit für die Zukunft

Auch der automatisierte Notruf in Fahrzeugen wird modernisiert. Die Bestimmungen zum sogenannten «Next Generation eCall» werden so angepasst, dass Fahrzeugnotrufe auch nach der Abschaltung der älteren Mobilfunkstandards 2G und 3G weiterhin zuverlässig funktionieren.

Parlamentarische Forderungen umgesetzt

Mit diesen Massnahmen kommt der Bundesrat Forderungen verschiedener parlamentarischer Vorstösse nach. Weitere Schritte im Notrufbereich sind im Rahmen der anstehenden Revision des Fernmeldegesetzes geplant.

Quelle: bakom.admin.ch

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