Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Weniger Straftaten, aber mehr Gewalt in der Schweiz
Die Zahl der in der Schweiz registrierten Straftaten ist 2025 leicht zurückgegangen. Laut aktueller Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) registrierten die Schweizer Polizeikorps insgesamt 554 963 Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch – ein Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hauptgrund für den Rückgang ist die Entwicklung bei den Vermögensdelikten. Mit 369 735 Fällen machen sie weiterhin rund zwei Drittel aller Straftaten aus, gingen jedoch um 3,5 Prozent zurück. Besonders Diebstähle und Betrugsdelikte wurden seltener registriert. Gleichzeitig stiegen Einbruch- und Einschleichdiebstähle leicht um 1,2 Prozent auf 46 636 Fälle – das entspricht durchschnittlich 128 Ereignissen pro Tag.
«Die Sicherheitslage in unserem Land bleibt insgesamt stabil», erklärt Matteo Cocchi, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Schweiz (KKPKS). Zugleich mahnt er zu einer differenzierten Betrachtung der Zahlen und betont die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den Polizeikorps.
Gewaltkriminalität nimmt weiter zu
Während die Gesamtkriminalität leicht rückläufig ist, zeigt sich bei Gewaltstraftaten erneut ein Anstieg. Insgesamt wurden 49 915 Gewaltstraftaten registriert, was einer Zunahme von zwei Prozent entspricht. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei schweren Gewaltdelikten aus: Diese nahmen um 8,1 Prozent auf 2654 Fälle zu.
Auch bei Tötungsdelikten registrierte die Polizei einen Anstieg. 2025 wurden 55 vollendete Tötungsdelikte erfasst – zehn mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen 251 versuchte Tötungsdelikte.
Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Vergewaltigungen auf 1402 Fälle. Ein Vergleich mit früheren Jahren ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da die rechtliche Definition des Delikts seit Juli 2024 angepasst wurde.
Mehr als die Hälfte aller Gewaltstraftaten ereignete sich im öffentlichen Raum, knapp 44 Prozent im privaten Umfeld.
Häusliche Gewalt bleibt zentrales Problem
Besonders auffällig ist die Entwicklung im häuslichen Bereich: Hier registrierte die Polizei 22’066 Straftaten – ein Plus von 4,4 Prozent. Zu den häufigsten Delikten zählen Tätlichkeiten, Drohungen, Beschimpfungen und einfache Körperverletzungen.
Von den 55 Tötungsdelikten ereigneten sich 34 im häuslichen Umfeld. Damit entfielen fast zwei Drittel aller Tötungsdelikte auf diesen Bereich.
Digitale Kriminalität leicht rückläufig – Phishing legt deutlich zu
Auch im Bereich der digitalen Kriminalität zeigt die Statistik einen leichten Rückgang. Insgesamt wurden 57’761 Delikte mit digitaler Komponente registriert – 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Den größten Anteil macht weiterhin die Cyber-Wirtschaftskriminalität aus. Innerhalb dieses Bereichs stieg jedoch insbesondere Phishing deutlich an: Die Zahl entsprechender Delikte nahm um 24,9 Prozent zu.
Rückläufig waren dagegen Fälle von Identitätsmissbrauch, Betrug über Online-Zahlungssysteme sowie nicht gelieferte Waren bei Kleinanzeigenkäufen.
Mehr beschuldigte Erwachsene, weniger Jugendliche
Die Zahl der beschuldigten Personen stieg leicht auf 92 147 (+0,2 Prozent). Auffällig ist dabei die Entwicklung nach Altersgruppen: Während bei Erwachsenen ab 25 Jahren ein Anstieg um 1,9 Prozent verzeichnet wurde, ging die Zahl der beschuldigten Minderjährigen um 5,3 Prozent zurück.
42,1 Prozent der beschuldigten Personen besitzen die Schweizer Staatsangehörigkeit, 32,3 Prozent verfügen über eine Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung.
Quelle: kkpks.ch
