{"id":2548,"date":"2016-06-21T13:36:25","date_gmt":"2016-06-21T11:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.sicherheitsforum.ch\/?p=2548"},"modified":"2016-06-21T13:36:25","modified_gmt":"2016-06-21T11:36:25","slug":"profil-eines-wirtschaftskriminellen","status":null,"type":"post","link":"https:\/\/news.save.ch\/de\/profil-eines-wirtschaftskriminellen\/","title":{"rendered":"Profil eines Wirtschaftskriminellen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2549\" aria-describedby=\"caption-attachment-2549\" style=\"width: 377px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2549 size-full\" src=\"https:\/\/news.save.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Profil-eines-Wirtschaftskriminellen_sicherheitsforum.jpg\" width=\"377\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/news.save.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Profil-eines-Wirtschaftskriminellen_sicherheitsforum.jpg 377w, https:\/\/news.save.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Profil-eines-Wirtschaftskriminellen_sicherheitsforum-291x300.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 377px) 100vw, 377px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2549\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: KPMG<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wirtschaftskriminalit\u00e4t richtet Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he an. Auch in der Schweiz leiden zahlreiche Unternehmen unter solchen Aktivit\u00e4ten. Mehr und mehr nutzen technisch versierte Betr\u00fcger zeitgem\u00e4sse technologische Mittel f\u00fcr die Aus\u00fcbung ihrer Machenschaften, wie die <a href=\"https:\/\/assets.kpmg.com\/content\/dam\/kpmg\/pdf\/2016\/06\/ch-global-profiles-fraudster-en.pdf\" target=\"_blank\" data-cke-saved-href=\"https:\/\/assets.kpmg.com\/content\/dam\/kpmg\/pdf\/2016\/06\/ch-global-profiles-fraudster-en.pdf\" rel=\"noopener\">Studie<\/a>\u00a0zeigt.<\/p>\n<p>Von allen hierzulande untersuchten F\u00e4llen mit technologischem Einsatz betrafen rund 27 Prozent Rechnungsdokumente mit falschen oder irref\u00fchrenden Angaben und weitere 27 Prozent die Erstellung von betr\u00fcgerischen E-Mails. Die Wirtschaftsbetr\u00fcgereien (Engl.: Frauds) sind vielf\u00e4ltig, wobei 47 Prozent direkt auf Verm\u00f6genswerte und \u201enur\u201c 22 Prozent auf Manipulationen von Daten abzielt<\/p>\n<p>Der grunds\u00e4tzliche Anstieg auf registrierte 750 Betrugsf\u00e4lle (in 81 L\u00e4ndern) f\u00fchrt KPMG auf einen h\u00f6heren Technologieeinsatz auf beiden Seiten zur\u00fcck: beispielsweise zwischen Auftraggeber und Leistungszusteller, sicher jedoch zwischen Unternehmenspartnern und Hochkriminellen.<\/p>\n<p>Weitere 9 Prozent der technologischen Betr\u00fcgereien zwischen M\u00e4rz 2013 und August 2015 stellten den allgegenw\u00e4rtigen Missbrauch bestehender Zugriffsrechte auf Computersysteme. Betr\u00fcgerische Manipulationen werden in der Regel h\u00e4ufiger von Gruppen (62 Prozent) als von Einzelpersonen (38 Prozent) begangen.<\/p>\n<p><strong>Der typische Betr\u00fcger <\/strong><\/p>\n<p>Der typische Wirtschaftsdelinquent in der Schweiz ist zwischen 46 und 55 Jahre alt, m\u00e4nnlich und Executive (Mitglied des Kaders). \u201eSie sind oft selbstherrlich, scheinen jedoch freundlich\u201c, betonte Philippe Fleury, Leiter Forensik KPMG Schweiz. In der Studie repr\u00e4sentieren 17 Prozent weibliche Betr\u00fcgerinnen. Sie agieren im Gegensatz zu m\u00e4nnlichen Delinquenten im Kaderbereich eher als unscheinbare Staff-Mitglieder.<\/p>\n<p>Im\u00a0 Vergleich zu Studiendaten anderer L\u00e4nder ist der typische Wirtschaftsdelinquent in der Schweiz auch gut zehn Jahre \u00e4lter als ausl\u00e4ndische Betr\u00fcger. Ausserdem waren 36 Prozent dieses Genres schon sechs Jahre im gleichen Unternehmen. Die KPMG-Forensiker sehen daher bei bestehenden Mitarbeitern und Unternehmenspartnern Risikoherde: \u201cEs ist schwierig, Einzelt\u00e4ter zu eruieren. Gerade in der Schweiz existiert eine hohe Vertrauenskultur.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHier\u201c, so Mathias Kiener, Partner Forensik KPMG Schweiz, \u201ewirkt meistens nur der Kommissar Zufall\u201c. Neben unentdeckten Einzelt\u00e4tern gebe es in der Fraud-Typologie auch undefinierbare Kollusionen und doch vielseitig organisierte Seilschaften und \u201eganze inkriminierte Gesch\u00e4ftsleitungsgruppen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Typisches Profilbild in der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Schweiz zeichnet sich das folgende Profil-Bild des typischen Wirtschaftsdelinquenten:<\/p>\n<p>\u2022 \u00dcber die H\u00e4lfte der untersuchten Betr\u00fcger sind zwischen 46 und 55 Jahre alt.<\/p>\n<p>\u2022 82 Prozent der T\u00e4ter sind m\u00e4nnlich.<\/p>\n<p>\u2022 64 Prozent aller Betr\u00fcger stammen aus den eigenen Reihen.<\/p>\n<p>\u2022 55 Prozent der T\u00e4ter sind Kadermitglieder.<\/p>\n<p>\u2022 36 Prozent sind seit mindestens sechs Jahren beim Unternehmen besch\u00e4ftigt (2013: 41%).<\/p>\n<p>\u2022 Die wichtigsten Tatmotive von Betr\u00fcgern sind pers\u00f6nliche Bereicherung zur Finanzierung des Lebensstils (64%), Habgier (18%) und ein Gef\u00fchl der Neugier \/ leichte Durchf\u00fchrbarkeit der Tat (18%).<\/p>\n<p><strong>Kontrollsysteme ungen\u00fcgend<\/strong><\/p>\n<p>Gem\u00e4ss den KPMG-Forensiker sind die Betr\u00fcgereien und Bedrohungen als Folge von schw\u00e4cheren Kontrollen gewachsen. F\u00fcr 64 Prozent aller Wirtschaftsdelinquenten sind schwache interne Kontrollen ein wichtiger Treiber, der offenbar an Bedeutung gewinnt: Die Zahl der Betr\u00fcger, deren kriminelles Handeln wesentlich durch schwache Kontrollen beg\u00fcnstigt wird, hat gegen\u00fcber 2013 stark von 18 auf 27 Prozent zugenommen.<\/p>\n<p>Erstaunlich ist das Faktum, dass sich h\u00f6chstens 13 Prozent aller Betr\u00fcger unter Druck einer Organisation w\u00e4hnte, einen kriminellen Weg einzuschlagen. Eine weitere Erkenntnis der Studie: h\u00f6chstens 3 Prozent aller Betr\u00fcgereien k\u00f6nnen durch \u201epro-actitve data analytics\u201c erhoben werden, und gerade mal 6 Prozent von Missbr\u00e4uchen werden durch externe Auditoren entdeckt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die T\u00e4ter bereits heute schon sehr effizient technologische Werkzeuge einsetzen, tun Unternehmen erst wenig, um ihrerseits mit technologischen Mitteln die Kriminalit\u00e4t einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Davor warnt Philippe Fleury, Leiter Forensik von KPMG Schweiz: \u201eDer Einsatz von Technologien in der Wirtschaftskriminalit\u00e4t wird weiter ansteigen. F\u00fcr Unternehmen sind daher verbesserte Kontroll- und Gefahren\u00fcberwachungssysteme ein Muss, um unregelm\u00e4ssiges oder verd\u00e4chtiges Verhalten rechtzeitig aufzusp\u00fcren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Vermutungen und Hinweise\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Doch auch die beste Kontrolle sch\u00fctze nicht g\u00e4nzlich vor Wirtschaftsbetr\u00fcgereien: In 16 Prozent der untersuchten F\u00e4lle konnten Kontrollsysteme umgangen werden. Bei weiteren 20 Prozent spielten diese wiederum gar keine Rolle; die T\u00e4ter liessen sich durch die Kontrollmechanismen nicht ablenken und f\u00fchrten ihre Betr\u00fcgereien ohne R\u00fccksicht auf diese durch.<\/p>\n<p>Die Aufdeckung solcher Handlungen erfolgte zu 44 Prozent durch Beschwerden oder Hinweise und zu 22 Prozent aufgrund Identifikationen oder Analysen durch die Gesch\u00e4ftsleitung<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><em>Text:\u00a0Michael Merz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaftskriminalit\u00e4t richtet Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he an. Auch in der Schweiz leiden zahlreiche Unternehmen unter solchen Aktivit\u00e4ten. Mehr und mehr nutzen technisch versierte Betr\u00fcger zeitgem\u00e4sse technologische Mittel f\u00fcr die Aus\u00fcbung ihrer Machenschaften, wie die Studie\u00a0zeigt. 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