Schwerverkehrskontrollen 2025: Mehr stationäre Prüfungen, mehr technische Beanstandungen
Die Schwerverkehrskontrollen in der Schweiz zeigen 2025 eine klare Entwicklung: Während die Zahl der überprüften Fahrzeuge stabil bleibt, nehmen vertiefte stationäre Kontrollen und technische Beanstandungen deutlich zu. Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei Lieferwagen sowie bei Fällen erhöhter Abgastrübung — ein Hinweis auf wachsende Sicherheits- und Manipulationsrisiken im Transportsektor.

Ziel der Kontrollen ist es, technische Sicherheit sicherzustellen, Regelverstösse frühzeitig zu erkennen und Wettbewerbsverzerrungen im Transportgewerbe zu verhindern. Insgesamt wurden 25 868 Fahrzeuge beanstandet. In rund 5500 Fällen war die Weiterfahrt wegen gravierender Mängel nicht mehr zulässig.
Stationäre Kontrollen gewinnen an Bedeutung
Auffällig ist die zunehmende Verlagerung hin zu vertieften Kontrollen in stationären Schwerverkehrskontrollzentren. In den neun Kontrollzentren entlang der Nationalstrassen wurden 55 244 Fahrzeuge überprüft — ein Plus von neun Prozent gegenüber 2024.
Grund dafür ist der Ausbau der Infrastruktur, unter anderem durch neue Zentren bei Oensingen und Giornico. Stationäre Kontrollen ermöglichen umfassendere technische Prüfungen als mobile Einsätze auf der Strasse.
Parallel dazu gingen mobile Polizeikontrollen sowie Kontrollen durch das Zoll- und Grenzsicherheitskorps zurück.
Lieferwagen rücken stärker in den Fokus
Besonders deutlich nahm die Zahl kontrollierter Lieferwagen zu. In den Kontrollzentren wurden 5331 Fahrzeuge dieser Kategorie überprüft — 71 Prozent mehr als im Vorjahr.
1150 Lieferwagen wurden beanstandet, in 324 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt. Das entspricht einem Anstieg von 115 Prozent bei schwerwiegenden Verstössen.
Technische Mängel deutlich häufiger festgestellt
Bei allen Fahrzeugkategorien zusammen stieg die Zahl technischer Beanstandungen auf 8282 Fälle, ein Plus von 18 Prozent.
Besonders stark fiel die Zunahme bei der Abgastrübung aus: Die Zahl entsprechender Feststellungen verdoppelte sich von 177 auf 365 Fälle.
Ein erheblicher Teil betrifft Lieferwagen. Dort registrierten die Behörden 149 Fälle gegenüber lediglich 19 im Vorjahr.
Nach Einschätzung der Behörden können erhöhte Emissionswerte auf Manipulationen an Abgasnachbehandlungssystemen oder an der Motorsteuerung hinweisen. Solche Eingriffe verschaffen betroffenen Unternehmen Kostenvorteile und wirken sich negativ auf Umwelt- und Wettbewerbsstandards aus.
Sicherheit und Marktaufsicht greifen ineinander
Die Zahlen zeigen, dass Schwerverkehrskontrollen zunehmend auch eine marktregulierende Funktion erfüllen. Neben klassischen Sicherheitsaspekten rücken technische Manipulationen und die Einhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen stärker in den Vordergrund.
Quelle: astra.admin.ch

