Gezielter, komplexer, raffinierter – Knapp 65’000 Meldungen ans BACS im 2025
Beim BACS gingen 2025 rund 65’000 Meldungen zu Cybervorfällen ein. Der Anstieg fiel deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Zwar dominierten weiterhin Drohanrufe im Namen der Polizei, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte gingen diese jedoch zurück und wurden teilweise durch Meldungen zu Online-Anlagebetrug ersetzt. Trotz geringerer Zunahme ist die qualitative Entwicklung bemerkenswert.

Mit insgesamt knapp 65’000 Meldungen ist der Meldeeingang im Vergleich zum Vorjahr geringfügig angestiegen. Mit einem Anteil von 26 % sind «Anrufe im Namen von Fake-Behörden» nach wie vor das am häufigsten gemeldete Phänomen. Es folgen Phishing mit 19 % und «Werbung für Online-Anlagebetrug» mit 9 %.
Das Verhältnis der Meldungen aus der Bevölkerung (90 %) zu denjenigen von Unternehmen, Vereinen und Behörden (10 %) bleibt weiterhin stabil. Bei den am häufigsten von Unternehmen gemeldeten Betrugsdelikten ist bei CEO-Betrug auch in diesem Jahr eine Zunahme zu verzeichnen (2025: 970 / 2024: 719). Nur leicht zugenommen haben hingegen die Meldungen zu Rechnungsmanipulationsbetrug (2025: 132 / 2024: 114).
Nachdem im letzten Jahr Meldungen zu Ransomware deutlich abgenommen haben (2024: 92), sind die Meldungen in diesem Jahr mit 104 Meldungen wieder leicht angestiegen, bleiben aber immer noch unter dem Niveau von 2023 (109). Die Anzahl der Fälle sagt jedoch nichts über das Schadensausmass aus. Die Angreifer konzentrieren sich zunehmend auf lukrative Ziele, so dass der Schaden pro Fall in Zukunft steigen dürfte. Festzuhalten ist zudem, dass Ransomware-Angriffe mittlerweile fast immer mit einem Datenabfluss einhergehen, was das Schadensausmass zusätzlich erhöht. Rückläufig sind die Meldungen zu DDoS-Angriffen. Während im letzten Jahr noch 48 Meldungen eingingen, waren es in diesem Jahr noch 35.
Gezielter, komplexer, raffinierter
Dies wird deutlich bei Phishing-Angriffen in Zusammenhang mit Kleinanzeigen, die insbesondere im ersten Halbjahr 2025 zugenommen haben. Dabei geben sich Betrüger als Kaufinteressenten aus und täuschen beim Bezahlvorgang vor, dass man auf eine spezielle Seite gehen soll, um das Geld zu erhalten. Je nachdem, bei welcher Bank man ist, werden dann diverse Zugangsdaten für das E-Banking verlangt. In diesem Fall haben es die Betrüger aber nicht direkt auf das E-Banking abgesehen. Im Visier der Betrüger steht das TWINT-Konto des Opfers. Dieses ist in vielen Fällen mit dem Bankkonto gekoppelt. Im Unterschied zum Bankkonto werden die Zahlungen hier sofort ausgeführt. Die Höhe der Transaktionen ist lediglich durch die vom Opfer gesetzte Limite begrenzt. Zudem nutzen Täter gehackte TWINT-Konten, um Gelder zu waschen und den Ursprung der Zahlungen zu verschleiern.
Neue Dimension: Raffinierte Phishing-Angriffe mit SMS-Blastern
Auch «unscheinbare» Daten als Ziel der Angreifer
Firmennamen werden immer mehr missbraucht
Die Rolle künstlicher Intelligenz bei Cyberkriminalität
Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen
Quelle: BACS


