Weniger Risiko abseits der Piste: «Skitourenguru» überzeugt in Studie

Wer abseits der Piste unterwegs ist, muss Lawinenrisiken ernst nehmen. Der «Skitourenguru» kombiniert Lawinenlage und Geländedaten und unterstützt so die sichere Tourenwahl – das bestätigt eine neue Studie der DAV-Sicherheitsforschung.

Suche nach Verschütteten nach einem Lawinenabgang (Foto: Depositphotos/Gudella)

Lawinen sind die grösste Gefahr beim Schneesport abseits gesicherter Pisten. Wer seine Tour sorgfältig plant, kann das Risiko deutlich senken. Das digitale Planungstool «Skitourenguru» unterstützt dabei zuverlässig – das zeigt eine neue Studie der Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins (DAV). Die BFU unterstützt das Tool als Partnerin. Gleichzeitig betont sie: Technische Hilfsmittel ersetzen nicht die eigene Beurteilung im Gelände.

Jedes Jahr sterben in der Schweiz durchschnittlich 29 Personen beim Schneesport abseits der Piste: 16 auf Skitouren, neun beim Variantenfahren mit Ski sowie je zwei mit Snowboard und auf Schneeschuhtouren. Die meisten dieser tödlichen Unfälle gehen auf Lawinen zurück. «Wer seine Tour sorgfältig plant, reduziert das Risiko deutlich», sagt BFU-Expertin Susanne Baumann.

Tool kombiniert Lawinenlage und Geländedaten

Der «Skitourenguru» verknüpft aktuelle Lawinenlageberichte mit detaillierten Geländedaten und bewertet täglich tausende Skitouren mithilfe eines Algorithmus. In einer Studie wurden die Risikoeinschätzungen des Tools mit jenen von Bergführerinnen und Bergführern verglichen – mit einem klaren Resultat: Der Skitourenguru liefert zuverlässige Bewertungen.

Im Vergleich zu anderen Methoden bietet das Tool differenziertere Einschätzungen und erleichtert so die Tourenplanung. Gerade bei erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3 von 5) schliesst der Skitourenguru weniger Routen pauschal aus. Stattdessen analysiert er Touren abschnittsweise und weist gezielt auf kritische Stellen hin. Tourengehende können sich dadurch ein präziseres Bild der gewählten Route machen.

Erfahrung und Wissen bleiben entscheidend

So hilfreich der Skitourenguru für die Planung ist: Er ersetzt nicht die Einschätzung der Situation vor Ort. Wind und Wetter können bereits auf kleinem Raum zu stark unterschiedlichen Verhältnissen führen. Deshalb ist es entscheidend, Gefahren unterwegs zu erkennen und richtig zu reagieren – unabhängig davon, ob man mit Ski, Snowboard oder Schneeschuhen unterwegs ist.

Kurse etwa beim SAC oder in Bergsportschulen vermitteln das nötige Wissen. Neben der Tourenplanung und der Gefahrenerkennung gehört dazu auch der sichere Umgang mit der Notfallausrüstung: Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel. «Regelmässiges Üben kann Leben retten. Ein Lawinenabgang ist eine Extremsituation. Wenn jede Sekunde zählt, muss jeder Handgriff sitzen», betont Susanne Baumann.

Nach einem Kurs ist es wichtig, Erfahrung auf geführten Touren zu sammeln. «Wer danach die ersten Touren auf eigene Faust plant, wählt am besten Routen mit tiefem Lawinenrisiko», empfiehlt Baumann. Dank tagesaktueller Daten ist der Skitourenguru dabei eine wertvolle Unterstützung – für Einsteigerinnen und Einsteiger ebenso wie für Fortgeschrittene.

Die wichtigsten BFU-Tipps für Skitouren, Snowboardtouren und Schneeschuhtouren

  • Kenntnisse in Lawinenkunde erwerben (z. B. in einem Kurs des SAC oder einer Bergsportschule)

  • Sich über aktuelle Lawinengefahr, Schneeverhältnisse und Wetter informieren

  • Touren mit tiefem Lawinenrisiko wählen und nicht alleine aufbrechen

  • Bei wenig Erfahrung: einer lawinenkundigen Leitung anschliessen

  • Umgang mit Notfallausrüstung regelmässig üben (LVS, Sonde, Schaufel, Lawinenairbag)

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