Richtige Sitzposition im Auto rettet Leben

Besonders auf langen Fahrten ist die Versuchung gross, die Sitzposition zu verändern und beispielsweise eine liegende Position einzunehmen. Doch nur mit optimal eingestelltem Sitz und Lenkrad kann der Fahrer in Notsituationen schnell und effektiv reagieren. Tipps zur richtigen Sitzhaltung.

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Rückhaltesysteme wie Airbags und Sicherheitsgurte schützen bei einem Unfall nur dann, wenn die Sitzposition stimmt. Der TCS hat die Insassensicherheit und die Verletzungsschwere bei verschiedenen Sitzkonstellationen untersucht. Dass es keine gute Idee ist, auf der Fahrt in die Ferien als Beifahrer ein Nickerchen in liegender Position zu machen, zeigte der in Zusammenarbeit mit dem ADAC durchgeführte Crashtest sehr deutlich. Für den Test wurde der Beifahrer Dummie in eine halbliegende Position versetzt. Zusätzlich wurden seine Füsse auf dem Armaturenbrett platziert. Der Fahrer-Dummie wurde in eine «bequeme», zurücklehnende Position mit mehr Abstand zum Lenkrad gesetzt. Beim Test kollidierte das Fahrzeug mit 64 km/h frontal mit einem stehenden Hindernis. Der 3-Punkt-Gurt konnte die Dummies in den Testpositionen nicht ausreichend sichern. Aufgrund der veränderten Sitzpositionen brauchten Kopf und Oberkörper länger bis zum Airbag, wodurch der Fahrer auf das Lenkrad beziehungsweise der Beifahrer-Dummie auf das Armaturenbrett prallte. Als weitere Folge verdrehte sich der Oberkörper und schlug beim Rückschlag auf die B-Säule des Fahrzeugs auf. Der Aufprall des Kopfes direkt auf das Lenkrad, was bei nicht funktionierendem Airbag oder bei älteren Fahrzeugen ohne Airbag der Fall sein kann, würde zu schweren oder gar tödlichen Kopfverletzungen führen. Zudem steigt beim Aufprall in liegender Position (Beifahrer) die Gefahr, unter dem Beckengurt durchzurutschen, woraus schwere Rumpfverletzungen resultieren.

Füsse nicht auf Armaturenbrett

So verlockend es auch ist, die Tests haben gezeigt, dass der Beifahrer die Füsse während der Fahrt keinesfalls auf das Armaturenbrett legen sollte. Infolge der hochgelagerten Beine beim Beifahrer hatte der Airbag bei den Tests keinerlei Schutzwirkung. Im Gegenteil, der sich öffnende Airbag schlug die hochgelegten Beine gegen den Oberkörper und Kopf des Dummies. Im Falle eines Unfalls würde dies zu schweren oder tödlichen Verletzungen des Rumpfs und des Kopfs führen.

Tipps zur richtigen Sitzhaltung im Auto

Dass die korrekte Sitzposition im Auto unter Umständen Verletzungen vermeiden und sogar Leben retten kann, haben verschiedene Crashtests gezeigt. Deshalb gilt für alle Autoinsassen:

  • Auch auf langen Fahrten ist es wichtig, dass Lenker und Beifahrer korrekt und bequem sitzen. Grundsätzlich sollte die Sitzhöhe so gewählt sein, dass man über eine gute Rundumsicht verfügt.
  • Der Abstand des Lenkers zum Lenkrad sollte zwischen 25 und 30 Zentimetern liegen. Wer verkrampft und zu nah am Steuer sitzt, riskiert, schneller zu ermüden. Ausserdem verunmöglicht eine falsche Sitzposition im Ernstfall eine rasche Reaktion des Fahrzeuglenkers.
  • Die Rückenlehnen sollten beim Fahrzeuglenker und auch beim Beifahrer senkrecht stehen. Bei der Betätigung der Pedale dürfen die Knie nicht durchgestreckt werden. Der Beifahrer sollte seine Beine immer im Fussraum halten.
  • Um bei einem Auffahrunfall bestmöglich geschützt zu sein, sollte die Nackenstütze so hoch wie möglich, maximal jedoch bis zur Kopfoberkante reichen.

Quelle: TCS

 

 

Feinstaub: Immissionsgrenzwerte als geeignetes Instrument

Immissionsgrenzwerte sind ein geeignetes Instrument, um den Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub sicherzustellen, wie Eidgenössische Kommission für Lufthygiene betont.

Feinstaub
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Die Luft enthält Feinstaub aus Ver­kehr, Industrie, Gewerbebetrieben, Haushalt, Feuerungsanlagen usw. Feinstaub kann Asthma, chronischen Husten, Bronchitis oder andere Erkrankungen der Atemwege sowie der Lunge einschliesslich Lungenkrebs hervorrufen. Deshalb wird Feinstaub von der WHO-Agentur für Krebsforschung (IARC) seit 2013 als krebserregend eingestuft. 

Zwei lufthygienische Ansätze verglichen

Feinstaub wird in der Schweiz mit wissenschaftlich fundierten Immissionsgrenzwerten reguliert, bei anderen krebserregenden Stoffen hingegen wird das Minimierungsprinzip angewandt, wobei von einem «akzeptierten Risiko» von einem Todesfall pro 1 Million Einwohner ausgegangen wird.

Die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene (EKL) hat in ihrem soeben veröffentlichten Bericht «Immissionsgrenzwerte und akzeptierte Risiken: Zwei lufthygienische Konzepte für Feinstaub und Lungenkrebs im Vergleich» die beiden Ansätze am Beispiel von Lungenkrebs verglichen und bewertet.

Die EKL kommt zum Schluss, dass die Immissionsgrenzwerte für Feinstaub dem Konzept des «akzeptierten Risikos» für die Luftreinhaltepolitik überlegen sind. Die Immissionsgrenzwerte stellen laut EKL ein pragmatisches, transparentes und effizientes Instrument für die wirkungsorientierte, erfolgreiche Luftreinhaltung dar. Die EKL empfiehlt, Feinstaub weiterhin durch Immissionsgrenzwerte zu beurteilen und diese bei Bedarf anzupassen. Man verfolge den Stand des Wissens über Auswirkungen aufmerksam und werde, falls erforderlich, zu gegebener Zeit Anpassungen der Immissionsgrenzwerte vorschlagen, heisst es abschliessend in der Pressemeldung.

Quelle: Eidgenössische Kommission für Lufthygiene

Tödliche Sportunfälle – eine Bilanz

Ereignen sich mehr tödliche Sportunfälle auf der Skipiste oder beim Wandern? Die Bilanz der Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigt, was Sache ist.

Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Skipisten ist zurückgegangen. © depositphotos, dell640

Die Erhebung der tödlichen Sportunfälle in der Schweiz ist für die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) eine Grundlage für ihre Präventionsarbeit: Seit 20 Jahren veröffentlicht die Organisation jährlich die Publikation «Erhebung der tödlichen Sportunfälle». In dieser Zeit verloren insgesamt 3676 Menschen beim Sporttreiben in der Schweiz ihr Leben. Die jährlichen Schwankungen sind gross, was bei Outdoorsportarten wie Bergwandern, Skifahren oder Schwimmen vor allem mit meteorologischen Faktoren zusammenhängt, wie die BFU schreibt. Zudem habe sich in den letzten zwei Jahrzehnten die Beliebtheit einzelner Sportarten verändert. Wenn die Bevölkerung eine bestimmte Sportart häufiger ausübe, steige tendenziell auch die Zahl der tödlichen Unfälle – und umgekehrt.

Weniger Tote auf Skipisten

Auffallend sei die Entwicklung im Skisport. Seit der ersten Publikation sei die jährliche Zahl der tödlichen Unfälle auf Skipisten in der Schweiz zurückgegangen. Seien in den Jahren 2000 bis 2009 total 72 Menschen tödlich verunglückt, seien es von 2010 bis 2019 noch 46 Personen gewesen. Dies lasse sich durch den Nutzen der Prävention, aber auch durch die leicht rückläufige Zahl der absolvierten Skitage erklären.

Abseits der Pisten zeigt sich ein anderes Bild: Dass das Tourenskifahren beliebter geworden ist, schlug sich in der Statistik nieder. Von 2000 bis 2009 gab es laut Angaben insgesamt 136 tödlich Verunglückte, zwischen 2010 und 2019 waren es bereits 210 Opfer. Auch hier sind die Schwankungen, abhängig von Wetter und Schneesituation, gross.

Gefährlicher Bergsport

Beim Wandern und Bergwandern kommen insgesamt am meisten Menschen ums Leben. Der Bergsport sei in den letzten Jahren nochmals beliebter geworden – mehr als die Hälfte der hiesigen Bevölkerung unternehme mindestens einmal im Jahr eine Wanderung. Von 2010 bis 2019 starben dabei insgesamt 582 Menschen; in den zehn Jahren zuvor waren es 459.

Ein umgekehrter Trend lässt sich beim Bergsteigen beobachten: Die Anzahl tödlich Verunfallter sank von 333 im vorletzten Jahrzehnt auf noch 238 im vergangenen Jahrzehnt.

Tipps

Auf bfu.ch/sport gibt es für mehr als 70 Sportarten Tipps, wie sich das Risiko senken lässt. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und statistischen Veränderungen wählt und adaptiert die BFU ihre Präventionsprogramme. Die Organisation wirkt als Beraterin bei der Planung und beim Bau sicherer Sportinfrastruktur, sensibilisiert Trainer, Kursleiter, Veranstalter und Sporttreibende für die Unfallprävention und zeigt, wie man sich vor Verletzungen schützen kann.

 Quelle: BFU

 

Sind Luftreiniger gegen Corona geeignet?

Sind Luftreiniger im Kampf gegen Corona eine geeignete Massnahme zur Reduzierung der Virenbelastung in der Raumluft? Die Fachleute des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung sagen, was Sache ist.

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Ein Hauptgrund für die Zunahme von coronabedingten Infektionen seit dem Herbst ist klar: Der zunehmende Aufenthalt in Räumen und insbesondere in schlecht gelüfteten Räumen.

Im Raum herrscht oft ein dauerhafter Schwebezustand

In geschlossenen Räumen schweben die Aerosole im Raum. Durch die vorherrschende Luftbewegung im Raum werden die Aerosole gleichmässig verteilt, aber nicht aus dem Raum entfernt. Falls eine Person ständig Viren in einem Raum an die Umgebung abgibt, nimmt die Virenkonzentration kontinuierlich zu. Zwar bleiben einige Aerosol-Tröpfchen an Oberflächen haften, aber die weitaus grösste Menge schwebt über sehr lange Zeit im Raum.

Bei einer ständigen Luftbewegung im Raum, beispielsweise durch die Thermik bei laufender Heizung, werden die Aerosole nahezu dauerhaft im Schwebezustand gehalten. Selbst Partikel, die erheblich grösser sind als Viren, wie beispielsweise viele Pilzsporen, sinken erst dann zu Boden, wenn die Luft ruht.

Welche Luftreinigungsgeräte sind sinnvoll?

Um die Anreicherung von Viren in einem Raum nennenswert zu reduzieren, muss man Lüften. Beim Lüften wird belastete Raumluft gegen unbelastete Aussenluft ausgetauscht und die Konzentration der Aerosole erheblich reduziert. Deshalb wurde vom Umweltbundesamt Deutschland empfohlen, Fenster und Türen soweit möglich offen zu halten. Diese Empfehlung war im Sommer meist problemlos umsetzbar. Bei sehr geringen Aussentemperaturen ist eine Dauerlüftung nicht mehr zumutbar. Eine andere effektive Massnahme zur Reduzierung der Belastung in der kalten Jahreszeit, und somit zur Reduzierung des Infektionsrisikos, ist gemäss Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BBS) der Betrieb geeigneter Luftreinigungsgeräte. Dies wurde inzwischen erkannt und propagiert. Allerdings braucht man, um das Risiko wirklich erheblich zu reduzieren, die richtigen Geräte mit der richtigen Leistung und dem richtigen Filter-Wirkungsgrad. Aber welche Geräte sind wirkungsvoll? Nicht jeder Luftreiniger, der mit den richtigen Filtern ausgestattet ist, reinigt die Luft in gleichem Masse. Beschafft man sich ein preiswertes Gerät, hat man meist einen nur geringen Effekt. Oft nimmt die Filterwirkung rasch ab, vor allem bei Geräten, die die Luft nur über eine einzige Filterstufe reinigen.

Vorfilter verlängern die Standzeit

Der BBS weist darauf hin, dass bewährte und positiv getestete Geräte zwei Filterstufen haben, bestehend aus einem Vorfilter und einem HEPA-Filter. Die angesaugte Luft werde zuerst mit einem Vorfilter gereinigt – gröbere Partikel, aber auch ein Teil der feinen Partikel, werde aus der Luft entfernt. Dies führe dazu, dass die HEPA-Filter «geschont» würden und nur das tun müssen, wofür sie eingebaut wurden, nämlich die feinen und sehr feinen Partikel aus der Luft zu entfernen. Der Vorfilter verlängere die Standzeit der HEPA-Filter und sichere ausserdem eine gleichbleibende Wirkung auch nach längerem Betrieb. Ein HEPA-Filter koste deutlich mehr als ein Vorfilter. Somit würden Vorfilter helfen, Geld zu sparen. Um einen hohen Wirkungsgrad von 99,5% und mehr sicherzustellen, seien HEPA-Filter der Klasse H 13 erforderlich. Filter geringerer Filterleistung seien deutlich weniger wirksam und Filter mit höherer Filterleistung seien nicht nötig, um Viren effektiv zu filtern, siw würden allerdings mehr kosten. Nicht selten werden Luftreinigungsgeräte mit HEPA-Filter der Klasse H 13 angeboten, die diese Herstellerzusage aber nur bedingt einhalten, wie der BBS betont. Derartige Geräte würden zwar die versprochene Leistung haben, aber nur für die erste Zeit der Nutzung. Prüfe man die Geräte nach einigen Tagen oder Wochen Betriebszeit, entspräche die Filterwirkung nicht mehr den Angaben des Herstellers. Ausserdem werde die zugesagte Filterleistung oft nur bei einer niedrigen Leistungsstufe gemessen und erreicht. Stelle man eine höhere Leistungsstufe ein, lasse die Filterwirkung nach. Deshalb ist laut BBS vor Kauf eines Gerätes zu hinterfragen, welche Filterleistung bei höheren Leistungsstufen sichergestellt ist.

Filter und Volumenleistung – eine Faustregel

Für den BBS ist klar: Abstand nehmen sollte man laut Umweltbundesamt von Geräten mit Ionisatoren, elektrostatischen Filtern, Ozongeneratoren oder UV-Strahlung. Es würden mit diesen Filtermethoden zwar hohe Wirksamkeit suggeriert, aber dies treffe bei Viren nicht zu. Nur mechanische Filter mit der gebotenen Filterleistung könnten dauerhaft effektiv die feinsten Partikel, wie Bakterien und Viren mit bis zu 99,5% Wirkungsgrad und mehr aus der Luft filtern.

Über welche Volumenleistung soll ein Gerät mit wirksamem Filter verfügen? Die erforderliche Volumenleistung ist laut BBS abhängig von der Raumgrösse. Die Faustregel heisst: Erwünscht ist ein dreifacher Luftdurchsatz, die Luft sollte also in der Stunde dreimal durch den Luftreiniger gezogen werden. Bei einem Raum von 20 m² und 2,5 m Deckenhöhe wären dies 150 m³/h.

Um aber auch die gesamte Luft in einem Raum gleichmässig zu reinigen, muss man die Luft im gesamten Raum erfassen. Bei grossen Räumen gelinge dies bei Einsatz eines Gerätes nur bedingt. Anstelle eines teuren Gerätes mit hoher Durchsatzleistung an einer Stelle aufzustellen, empfiehlt der BBS, je nach Raumgrösse, die Verwendung von zwei oder mehr Geräten der mittleren Leistungsklasse. Auch bei sehr grossen Räumen habe sich der Betrieb mehrerer Geräte mit mittlerer Leistung bewährt.

Luftreiniger sollten nicht auf die Nerven gehen

Ein weiteres Auswahlkriterium für die geeigneten Luftreinigungsgeräte ist die Geräuschentwicklung. Kleinere Geräte seien meist so dimensioniert, dass man für einen wirksamen Effekt die höchste Leistungsstufe einschalten müsse. Die Geräuschentwicklung könne dann so hoch sein, dass ein konzentriertes Arbeiten im Büro, ein ruhiger Schlaf im Schlafzimmer, das ungestörte Fernsehschauen im Wohnzimmer oder eine unbelastete Unterrichtsstunde in der Schule kaum möglich seien. Das Gerät werde dann als sehr störend empfunden. Geräte mit einer höheren Leistung brächten den gewünschten Effekt bereits bei Betrieb in unteren Leistungsstufen und würden dann nur sehr geringe Geräusche entwickeln.

Quelle: BBS

 

Fazit effektive Raumluft filtern

Das Fazit des BSS zum Thema effektive Raumluft filtern lautet:

  • Mechanische Filter statt Geräte mit Ionisatoren, Ozongeneratoren, elektrostatischen Filtern oder UV-Strahlung

  • Faustregel: Volumenstrom je Stunde: Raumfläche x Raumhöhe x 3. In einer Stunde sollte die Raumluft dreimal durch den Filter gezogen werden.

  • Bei grossen Räumen empfiehlt sich das Aufstellen mehrerer Geräte mittlerer Leistungsstufe.

  • Auf die Geräuschentwicklung achten.

  • Gesamtes Preis-Leistungs-Verhältnis beachten mit Blick auf Folgekosten für häufigen Filtertausch.

 

Welcher Feinstaub birgt das grösste Gesundheitsrisiko?

Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI haben gemeinsam mit Kollegen mehrerer europäischer Institutionen untersucht, ob Feinstaub aus bestimmten Quellen besonders gesundheitsschädlich sein kann. Dabei fanden sie Hinweise darauf, dass die Menge des Feinstaubs allein nicht das grösste Gesundheitsrisiko darstellt. Vielmehr kann es sein, dass das sogenannte oxidative Potenzial den Feinstaub so schädlich macht.

Metallemissionen aus Bremsen- und Reifenabrieb führt letztlich zu gesundheitsschädlichem Feinstaub. © depositphotos, DmitryPoch

Feinstaub ist eines der grössten Gesundheitsrisiken, die von Luftverschmutzung ausgehen, und ist, laut Schätzungen mehrerer Studien, jährlich für mehrere Millionen Todesfälle verantwortlich. Damit zählen schlechte Luftqualität und Feinstaub neben Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und Übergewicht zu den fünf wichtigsten Gesundheitsrisikofaktoren. Was Feinstaub so gefährlich macht, ist allerdings noch nicht genau bekannt. Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI haben nun gemeinsam in einem internationalen Team herausgefunden, dass die Menge an Feinstaub nicht die allein ausschlaggebende Grösse darstellt, wenn es um Gesundheitsrisiken geht.

Oxidatives Potenzial des Feinstaubs als Gesundheitsrisiko

«Bei der Studie interessierten uns vor allem zwei Punkte», sagt Kaspar Dällenbach von der Forschungsgruppe Gasphasen- und Aerosolchemie am PSI. «Erstens, welche Quellen in Europa für das sogenannte oxidative Potential des Feinstaubs verantwortlich sind, und zweitens, ob das Gesundheitsrisiko des Feinstaubs durch dessen oxidatives Potenzial verursacht wird.»

Als oxidatives Potenzial des Feinstaubs wird die Fähigkeit bezeichnet, Antioxidantien abzubauen, was zur Schädigung von Körperzellen und -gewebe führen kann. In einem ersten Schritt setzten die Forschenden Zellen aus den menschlichen Atemwegen, sogenannte bronchiale Epithelzellen, Feinstaubproben aus und überprüften deren biologische Reaktion. Stehen die Zellen unter Stress, geben sie einen Signalstoff für das Immunsystem ab, der im Körper Entzündungsreaktionen in Gang setzt. Die Forschenden konnten zeigen, dass Feinstaub mit erhöhtem oxidativem Potenzial die Entzündungsreaktion der Zellen verstärkt. Dies legt die Vermutung nahe, dass das oxidative Potenzial bestimmt, wie schädlich der Feinstaub ist. Zwar sei die kausale Verbindung zwischen erhöhtem oxidativen Potenzial und einer Gesundheitsgefährdung noch immer nicht eindeutig nachgewiesen, so Dällenbach. «Die Studie ist aber ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass dieser Zusammenhang tatsächlich besteht.»

Eine von der Universität Bern geleitete Partnerstudie zeigte, dass Zellen von Patienten, die unter einer speziellen Vorerkrankung, der sogenannten Cystischen Fibrose, leiden, eine geschwächte Abwehr gegen Feinstaubbelastung aufweisen. Während bei gesunden Zellen ein antioxidativer Abwehrmechanismus das Fortschreiten der Entzündungsreaktionen stoppen konnte, reichte die Abwehrkapazität bei kranken Zellen dazu nicht aus. Das führte zu einer erhöhten Zellsterblichkeit.

Woher kommen der Feinstaub und sein oxidatives Potenzial?

Zusätzlich sammelten die Forschenden Feinstaubproben an verschiedenen Standorten in der Schweiz. Sie analysierten mithilfe einer am PSI entwickelten Massenspektrometrietechnik die Zusammensetzung des Feinstaubs. Das damit gewonnene chemische Profil jeder Feinstaubprobe lässt auf die Quelle schliessen, aus der sie stammt. Ausserdem bestimmten Kollegen in Grenoble an den gleichen Proben dessen oxidatives Potenzial, um einen Hinweis auf dessen Gefährlichkeit für die Gesundheit zu erhalten. Mithilfe der detaillierten Analysen und statistischer Methoden bestimmten die Forschenden anschliessend das oxidative Potenzial für alle relevanten Emissionsquellen. Auf Grundlage dieser experimentellen Daten berechneten sie in einem Computermodell, an welchen Orten Europas das höchste oxidative Potenzial durch Feinstaub übers Jahr hinweg herrscht, und identifizierten vor allem Ballungsräume wie die französische Hauptstadt Paris oder die Po-Ebene in Norditalien als kritische Regionen.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass das oxidative Potenzial des Feinstaubs und die Feinstaubmenge nicht durch dieselben Quellen bestimmt werden», resümiert Dällenbach. Der grösste Teil des Feinstaubs besteht aus Mineralstaub und sogenannten sekundären anorganischen Aerosolen, wie Ammoniumnitrat und -sulfat. Das oxidative Potenzial des Feinstaubs bestimmen dagegen vor allem sogenannte anthropogene sekundäre organische Aerosole, die hauptsächlich aus Holzfeuerungen stammen, und Metallemissionen aus Bremsen- und Reifenabrieb des Strassenverkehrs. Ausserdem fanden die Forschenden heraus, dass die Bevölkerung im urbanen Raum nicht nur einer höheren Feinstaubmenge ausgesetzt ist, sondern dass der Feinstaub in diesen Regionen ein höheres oxidatives Potenzial hat, und deswegen gesundheitsschädlicher als Feinstaub im ländlichen Raum ist. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass alleine die Regulierung der Feinstaubmenge unter Umständen nicht zielführend sein könnte», sagt Dällenbach.  Zudem lasse die Studie der Universität Bern vermuten, dass Bevölkerungsgruppen mit Vorerkrankungen besonders von entsprechenden Massnahmen zur Verringerung der Feinstaubbelastung profitieren könnten.

Originalveröffentlichung: Sources of particulate matter air pollution and its oxidative potential in Europe, Kaspar Rudolf Daellenbach et al., Nature, 18. November 2020

 

Antibiotikaresistenzen: Was steht im neuen Bericht?

Resistente Bakterien sind ein weltweites Problem. Eine nationale Strategie zu Antibiotikaresistenzen läuft schon seit 2015, seither werden in den Bereichen Mensch, Tier und Umwelt erfolgreich Massnahmen umgesetzt. Die Eindämmung der Antibiotikaresistenzen braucht aber weitere Anstrengungen. Der neue Bericht zeigt Zahlen zu Verbrauch und Resistenzen von Antibiotika bei Mensch und Tier in der Schweiz.

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Antibiotika müssen gezielt und so wenig wie möglich eingesetzt werden. Der übermässige oder unsachgemässe Einsatz von Antibiotika kann bei Bakterien zur Entstehung von Resistenzen beitragen. Die Zahl von Infektionen mit resistenten Bakterien nimmt weltweit zu – auch in der Schweiz. Solche Infektionen können mit Antibiotika nur noch schwer oder manchmal gar nicht mehr behandelt werden.

Neuer Bericht zu Antibiotikaverbrauch und Antibiotikaresistenzen in der Schweiz

Um die Wirkung von getroffenen Massnahmen zu beurteilen, ist es nötig, den Antibiotikaverbrauch und die Antibiotikaresistenzen bei Mensch und Tier zu überwachen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) geben dazu alle zwei Jahre einen umfassenden Bericht, den «Swiss Antibiotic Resistance Report», heraus.

Der aktuelle Bericht zeigt: In der Humanmedizin bleibt der Antibiotikaverbrauch gegenüber den Vorjahren ungefähr gleich. Fast 90 Prozent der Antibiotika wurden im ambulanten Bereich eingesetzt. In der Veterinärmedizin ist der Antibiotikaverbrauch weiter rückläufig.

Die seit 2004 beim Menschen und seit 2006 bei Tieren erhobenen Daten zu den Resistenzen zeigen unterschiedliche Entwicklungen: Bei einigen Bakterien haben die Antibiotikaresistenzen deutlich zugenommen, während sie bei anderen stabil geblieben oder gesunken sind.

Schweizer Bevölkerung über Antibiotikaresistenzen befragt

Wie eine aktuelle Studie von Demoscope im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit zeigt, glaubt rund ein Drittel der Bevölkerung, dass Antibiotika Viren zerstören. Antibiotika haben aber keine Wirkung gegen Viren, sie können nur Bakterien bekämpfen. Aufklärungsarbeit ist somit im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen weiterhin wichtig. Verglichen mit der Befragung 2016 hat der Wissensstand leicht zugenommen. Dabei zeigt sich, dass Frauen und Personen ab 40 Jahren besser über Antibiotika informiert sind als Männer und die jüngeren Befragten. Eine klare Mehrheit aller Befragten weiss, dass die unnötige Einnahme von Antibiotika deren Wirksamkeit verringert (86 Prozent).

Massnahmen gegen die Verbreitung von Resistenzen

Resistente Bakterien können an vielen Orten eingeschleppt werden und sich weiterverbreiten. Um dieses Risiko zu verringern, wurden verschiedene Instrumente erarbeitet:

  • Biosicherheits-Massnahmen reduzieren das Risiko, Krankheiten einzuschleppen und weiterzuverbreiten. Auf der Plattform www.gesunde-nutztiere.ch können sich Landwirte weiterbilden und via Online-Fragebogen die Biosicherheit ihres Betriebes überprüfen. Mit gezielten Biosicherheitsmassnahmen können sie Krankheiten vorbeugen und den Antibiotikaverbrauch verringern. Die Plattform wurde von der Vetsuisse Fakultät Zürich zusammen mit dem Rinder- und Schweinegesundheitsdienst (SGD, RGD) im Auftrag des BLV entwickelt.
  • Resistente Bakterien können auch in Gesundheitseinrichtungen wie Tierarztpraxen übertragen werden. Um dieses Risiko zu reduzieren, hat die Vetsuisse Fakultät Zürich zusammen mit weiteren Experten ein Hygienehandbuch herausgegeben. Es enthält viele praktische Empfehlungen und fundiertes Hintergrundwissen für Tierärzte und Tierärztinnen zur Vorbeugung von Infektionen von Menschen und Tieren in Tierarztpraxen. 
  • Im Landwirtschaftsbereich wurde das Projekt «Gesunde Klauen – das Fundament für die Zukunft» lanciert. Klauenerkrankungen sind meist schmerzhaft, und lahme Tiere haben Mühe beim Aufstehen und Abliegen. Das Risiko für Zitzenverletzungen und Euterentzündungen steigt. Mitarbeitende der Vetsuisse Fakultät Bern und des Rindergesundheitsdienstes (RGD) beraten auf Wunsch betroffene Betriebe bei der Therapie und Vorbeugung. Dabei soll unter anderem der Einsatz von Antibiotika langfristig reduziert werden.

Quelle: Bund

Mobilfunk 5G: den Puls gefühlt

Das Interesse an der neuesten Mobilfunktechnologie 5G ist hoch. Doch die Wahrnehmung von möglichen gesundheitlichen Risiken ist ebenfalls relevant. Das geht aus einer Befragung durch das Forschungsinstitut gfs.bern hervor.

Mobilfunk 5G
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Das Meinungsforschungsinstitut gfs.bern hat im Auftrag von Chance5G eine Befragung von 1006 Stimmberechtigten in der ganzen Schweiz zu den Themen Mobilfunk und 5G durchgeführt. Dabei zeigt sich: Die Wichtigkeit und der Nutzen der Mobilfunkinfrastruktur sind unbestritten. Eine deutliche Mehrheit von 86% sieht den Nutzen im Vordergrund, wie es in der Pressemeldung von Chance5G heisst. Schweizweit seien heute weniger als 1 von 10 Personen skeptisch gegenüber Mobilfunk eingestellt. Eine breite Mehrheit (88%) sei überzeugt, dass Unternehmen und Gewerbe ein leistungsfähiges und sicheres Mobilfunknetz bräuchten und dafür moderne Mobilfunkanlagen notwendig seien (81%). Zwei Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer fänden, dass die geltenden Grenzwerte vor Gesundheitsrisiken schützen würden. Paradoxerweise glaubten ebenso viele Befragte, dass Mobilfunkstrahlung zu Gesundheitsproblemen führen könne. Dieser Widerspruch werde durch die Erkenntnis aufgelöst, dass diese Ängste und Unsicherheiten vor allem vom Hören-Sagen resultierten, so Chance5G.

5G: Interesse ist hoch – aber …

Auch bei der Haltung zu 5G zeige sich ein positiveres Bild als erwartet. Das Interesse an 5G sei sehr hoch. Gemäss gfs-Befragung haben 84% bereits von der neuen Technologie gehört. Eine Mehrheit in der Bevölkerung wisse deshalb auch über die Vorteile und den Nutzen der 5G-Technologie Bescheid. Die Wahrnehmung von möglichen gesundheitlichen Risiken sei zwar ebenfalls relevant, stehe aber hinter dem erwarteten Nutzen. Die Mehrheit in der Bevölkerung anerkenne die Chancen der 5G-Technologie. Die Skeptiker seien mit 24% in einer klaren Minderheit.

Die vorliegenden Resultate führen zu wichtigen Erkenntnissen. Die Co-Präsidentin von Chance5G, Isabelle Chevalley, erklärt: «Auch wenn die Mehrheit für 5G ist, so stehen doch mehr Menschen 5G kritisch gegenüber als dem Mobilfunk im Allgemeinen. Das bestätigt, dass es einer lauten Minderheit von 5G-Gegnerinnen und Gegner gelungen ist, in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent zu sein und die Bevölkerung zu verunsichern.» Co-Präsident Martin Candinas ergänzt: «Der Chancen- und Nutzenaspekt von 5G ist in der öffentlichen Diskussion untervertreten. Bei den gesundheitlichen Bedenken herrscht das Missverständnis aufgrund Hören-Sagen vor, dass 5G noch unzureichend erforscht ist. Es braucht darum die Aufklärung und Überzeugungsarbeit, dass 5G kein Risiko darstellt, sondern vielmehr Nutzen und Chancen bietet.»

Quelle: Chance5G

Der Bericht zur GFS-Umfrage kann hier eingesehen werden.

 

Über 3500 Schwerverunfallte erfolgreich wiedereingegliedert

Über 3500 Schwerverunfallte schafften im letzten Jahr mit Hilfe der Suva den Weg zurück in den Arbeitsprozess. Für eine erfolgreiche Heilung braucht es auch die moralische Unterstützung des Umfelds. Diesen Aspekt nimmt die Suva in ihrer neuen Kampagne «Rückkehr an den Arbeitsplatz» mit einem eigenen Radio-Wunschkonzert für Verunfallte auf.

© Suva

Das Leben ist schön, solange nichts passiert … Manchmal sind es nur wenige Sekunden, die ein Leben komplett verändern – ein kurzer Moment der Ablenkung, und schon ist ein Unfall passiert. Danach kann es Monate oder Jahre dauern, bis Menschen in den Alltag und ins Arbeitsleben zurückfinden.

2019 konnte die Suva von insgesamt 3940 schwer Verunfallten 3519 Personen (89 Prozent) erfolgreich wiedereingliedern. Die am meisten betroffene Branche ist das Bauhaupt- und Baunebengewerbe mit 1172 verunfallten Personen. Die Betroffenen hatten sich vorwiegend an den Knien, den Schultern oder an den Händen verletzt. Als erfolgreich wiedereingegliedert gelten Personen, die nach einem Unfall entweder beim ursprünglichen oder bei einem neuen Arbeitgeber weiterarbeiten können und keine oder nur eine kleine Invalidenrente unter 20 Prozent benötigen. Der Eingliederungserfolg der Suva bewegt sich dabei auf konstant hohem Niveau: Im Durchschnitt arbeiten über 80 Prozent der Schwerverunfallten nach ihrem Unfall wieder.

Eine möglichst baldige Rückkehr an den Arbeitsplatz zahlt sich auch finanziell aus. Dank der Wiedereingliederung spart die Suva langfristig Kosten in Form von lebenslangen Renten. Für jede gesprochene, lebenslange Rente muss durchschnittlich rund 380 000 Franken Kapital zurückgelegt werden. Diese Einsparung kommt den Versicherten in Form von tieferen Prämien zugute.

Das persönliche Umfeld fördert den Heilungsprozess 

Für eine erfolgreiche Heilung und Wiedereingliederung ist neben einer frühzeitigen und kompetenten Betreuung auch die moralische Unterstützung des Umfelds wichtig. Familie und Freunde sowie Arbeitgeber und Arbeitskollegen können viel zum Genesungsprozess beitragen. Kleine Aufmerksamkeiten und positive Gespräche geben dem Patienten Kraft und neue Hoffnung und unterstützen damit eine erfolgreiche Heilung. «Es ist wichtig, dass Verunfallte ihr soziales Umfeld nicht verlieren, das Gefühl haben gebraucht zu werden und eine Struktur haben», erklärt Jonas Meier, Leiter Kompetenzzentrum für berufliche Eingliederung der Rehaklinik Bellikon der Suva, die auf Rehabilitation von Unfallpatienten und berufliche Wiedereingliederung spezialisiert ist. «Unsere Erfahrung zeigt auch, dass Menschen nach einem Unfall wieder arbeiten wollen. Denn Arbeit vermittelt nicht nur äussere Werte wie Einkommen oder Prestige, sondern bringt Menschen zusammen und gibt ihnen einen Sinn.»

Pressemeldung Suva

Neue Suva-Kampagne «Rückkehr an den Arbeitsplatz»

Die Aspekte bei der Arbeit gebraucht und vermisst zu werden, thematisiert die Suva auch in ihrer derzeit laufenden Kampagne «Rückkehr an den Arbeitsplatz»:

In Partnerschaft mit Radio Energy lanciert die Suva bis am 13. Dezember 2020 einen eigenen digitalen Radio-Channel  . Während den kommenden sechs Wochen können Arbeitskolleginnen und -kollegen, Vorgesetzte, Angehörige Familie und Freunde verunfallten Personen Songs und persönliche Grussbotschaften zukommen lassen und ihnen so zeigen, dass sie ihnen fehlen. Die Wünsche und die Songs der Teilnehmenden werden täglich zwischen 9 und 21 Uhr auf dem Suva-Channel ausgestrahlt. Der Verunfallte erhält eine Nachricht, wann die Grussbotschaft und der Song für ihn gespielt wird.

 

 

Nierensteine pulverisieren, nicht zertrümmern

Nierensteine können qualvolle Koliken auslösen. Am Universitätsspital Zürich können sie nun mit einem neuartigen Thulium-Faser-Laser zerstäubt werden. Das Gerät ist das erste seiner Art in der Schweiz und kann für alle Steinarten und das Spalten gutartiger Prostatavergrösserungen eingesetzt werden.

© USZ

Plötzliche quälende Schmerzen in der Flanke und im Unterleib sind typische Symptome einer Nierenkolik, die in schweren Fällen bis zu einem Nierenversagen führen kann. Ursache seien in den meisten Fällen Nierensteine, die zu gross sind, um durch Harnleiter und Blase abzugehen, was zu schmerzhaften Stauungen und Verkrampfungen führt, schreibt das Universitätsspital Zürich. Zur Behandlung akuter Nierensteinprobleme und vorbeugend bei früh erkannten Nierensteinen werde seit Jahren auch Lasertechnik eingesetzt, um die Störenfriede in kleine Teile zu zertrümmern, die dann ausgeschieden werden können. Seit vielen Jahren kämen dafür Holmium:YAG-Laser zur Anwendung. Die Klinik für Urologie am Universitätsspital Zürich könne nun als erste Klinik für die Zerkleinerung von Nierensteinen und sämtlicher anderer Steinarten ein Gerät der neuesten Generation einsetzen, mit dem die Plaggeister in kleinste Teile zerstäubt und einfach herausgespült werden könnten. Möglich mache dies ein Thulium-Faser-Laser.

Gewebe wird geschont

Nieren-, Gallen- und Blasensteine haben eine komplexe mikrokristalline Struktur mit Wasser- und Proteineinschlüssen, die bei der Laserbehandlung berücksichtigt werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. «Der Thulium-Faser-Laser basiert auf einer völlig neuen Technologie. Damit können wir die Steine gezielter und feiner behandeln als bisher mit dem Holmium:YAG-Laser», fasst Etienne Xavier Keller, Oberarzt in der Klinik für Urologie, die Vorteile für die Patientinnen und Patienten zusammen. «Das umgebende Gewebe wird dadurch geschont und die Behandlung dauert weniger lang.» Für Nierensteinpatienten sei dies sicher der merklichste und willkommenste Fortschritt. Die Verwendung des Thulium-Faser-Lasers ermögliche zudem, dünnere und flexiblere Fasern als beim Holium:YAG-Laser zu nutzen. So könnten feinere und flexiblere Instrumente verwendet werden. Dadurch sei auch die Sicht auf den Zielort besser, was zur Sicherheit und Präzision bei der Operation beitrage. Ein weiteres Plus: Die ausserordentliche Bandbreite an Einstellungsmöglichkeiten erlaube es, den Thulium-Faser-Laser auch zur Behandlung gutartiger Prostatavergrösserungen einzusetzen, schreibt das Universitätsspital Zürich.

Quelle: Universitätsspital Zürich

Schon bald eine einheitliche CH-Norm für Stoffmasken?

Bunte Gesichtsmasken, häufig aus Stoff gefertigt, können in fast allen Geschäften gekauft werden. Doch schützen solche «Community Masken» auch wirklich vor der Übertragung des Coronavirus? Unter den Herstellern und Verbrauchern herrscht Unsicherheit. Was fehlt, ist eine einheitliche Norm.

Community Masken
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Noch existiert in der Schweiz keine Norm für Community Masken. Dies ist laut Schweizerischer Normen-Vereinigung (SNV) aber wichtig, da eine Norm definieren könne, welche Anforderungen solche Masken und die zugehörigen Testverfahren erfüllen müssen. Der SNV betont: «Sobald es einheitliche Testverfahren gibt, können die unterschiedlichen Masken hinsichtlich verschiedener Parameter wie beispielsweise der Filtereffizienz miteinander verglichen werden. Durch den Vergleichswert hätten die Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf der Masken einen Anhaltspunkt und könnten beurteilen, welche Community Masken qualitativ hochwertig sind und welche nicht.»

Wie ist der aktuelle Stand?

Auf nationaler Ebene wurden die ersten Empfehlungen zu Mindestanforderungen an Community Masken in einem Empfehlungspapier der Swiss National Covid-19 Science Task Force herausgegeben. Ausserdem hat die SNV eine Initiative zur schnellstmöglichen Ausarbeitung eines nationalen normativen Dokuments gestartet. Erste Treffen mit Interessen- und Industrievertretern und von Forschungsinstituten haben stattgefunden.

Für alle Anspruchsgruppen ist klar: Eine schnelle Lösung werde benötigt, um Klarheit für Produzenten, Prüfinstitute und Konsumenten zu schaffen. Da die Erarbeitung einer Norm sehr zeitintensiv sei, habe sich die SNV entschieden, mit den interessierten Organisationen und Unternehmen eine Schweizer Regel zu erarbeiten. Für eine solche spreche, dass sie im Vergleich zu einer Schweizer Norm weniger prozedurale Vorschriften kenne. Denn die öffentliche Vernehmlassung sei optional und der Konsens werde in der Arbeitsgruppe gebildet, was eine Zeitersparnis von mindestens drei Monaten bedeute.

Am 29. Oktober 2020 habe man sich auf den Anwendungsbereich des normativen Dokumentes geeinigt, so die SNV. Der Anwendungsbereich definiere den Umfang der Schweizer Regel. Die Arbeitsgruppe sei sich einig, dass die Schweizer Regel Anforderungen an Design, Leistung, Testmethoden und Wiederverwendbarkeit von Community Masken festlegen soll.

Einfluss auf das Europäische Komitee

Das Europäische Komitee für Normung (CEN) hat in einer CEN-Workshop-Vereinbarung erste Mindestanforderungen und Testmethoden für Community Masken festgelegt. Eine entsprechende Technische Spezifikation (TS) ist auf europäischer Ebene in Arbeit. Doch weshalb warten Schweizer Produzenten und Konsumenten nicht einfach die Fertigstellung der Norm auf europäischer Ebene ab? Die Ausarbeitung eines eigenen normativen Dokuments für Community Masken birgt gemäss SNV für die Schweiz den Vorteil, dass weniger Interessenvertreter beteiligt sind, die Veröffentlichung im Vergleich zum europäischen Verfahren schneller über die Bühne gehen kann und die Anforderungen an das Dokument spezifisch auf die Schweiz zugeschnitten werden könne. Sofern die Schweizer Regel früh genug fertiggestellt werde, könne sie bei der Erarbeitung der europäischen Technischen Spezifikation berücksichtigt werden, so die Normenvereinigung.

Quelle: SNV; mehr zum Thema hier

«Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit mit Erfolg» als Live-Webinar

Die Save-Tagung «Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit mit Erfolg» findet als Live-Webinar statt.

© depositphotos, maxxyustas

In Anbetracht der aktuellen Situation zur Eindämmung von Covid-19 wird die Tagung «Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit mit Erfolg» vom 10. November 2020 als Live-Webinar rein virtuell durchgeführt, wie die Save AG als Organisatorin der Tagung soeben mitgeteilt hat. Zum Schutz aller Beteiligten wolle man in dieser schwierigen Zeit keine physische Tagung durchführen, es gelte Kontakte zu vermeiden.

Auch wenn die individuellen Gespräche und das Netzwerken dieses Mal auf der Strecke bleiben, auf den Transfer von hochstehendem Fachwissen muss am 10. November 2020 nicht verzichtet werden.

Die Tagung ist von der SGAS als Weiterbildung anerkannt.

Es besteht die Möglichkeit, sich auch kurzfristig zu dieser Veranstaltung anzumelden. Die Save AG hat die Teilnahmegebühr reduziert, weitere Infos und Anmeldemöglichkeit sind hier zu finden. 

 

 

 

 

ArbeitsSicherheit Schweiz als Online-Expo

Die beiden Fachmessen ArbeitsSicherheit Schweiz und die Swiss Corporate Fashion werden am 10. und 11. November 2020 als Online-Expo durchgeführt. Nichtsdestotrotz werden interessante Referate geboten.

ArbeitsSicherheit Schweiz
© ASS

Die ArbeitsSicherheit Schweiz (ASS), die Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, sowie die Berufsbekleidungsmesse Swiss Corporate Fashion finden nicht wie geplant als hybride Expo auf dem Messegelände in Bern statt. Die Anlässe werden als Online-Expo durchgeführt.

Interessante Keynote-Sprecher

Corona zwingt uns, das berufliche Leben teilweise im virtuellen Rahmen abzuhalten. Auch wenn ein Besuch in Bern nicht möglich ist, die Informationen der Online-Expo ArbeitsSicherheit Schweiz  und Swiss Corporate Fashion sind nicht minder interessant, auch wenn sie «nur» via Bildschirm durchgeführt werden.

Nachfolgend eine kleine Auswahl der Referate:

Keynote BDO AG Unternehmesberatung: Prof. Dr. Volker Nürnberg zeigt in seiner Keynote die Vorteile des digitalen betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) während und nach Corona auf. Wie ergänzen sich digitales und analoges BGM? Welche Trends zeichnen sich ab?

Keynote Swiss International Airlines: „Alles sicher über den Wolken? – Ein Einblick in die Arbeitssicherheitskultur der Luftfahrt“. Der Sicherheitsfachmann Urs R. Doerflinger zeigt in seiner Keynote, wie Unternehmen von der Luftfahrt lernen können.

Keynote Uniklinik Frankfurt: Prof. Dr. med. Dipl. Chem. Johannes Schulze vom Universitätsklinikum Frankfurt widmet sich in seiner Keynote „Neuroenhancement – Doping in der Arbeitswelt?“ dem sensiblen Thema des Suchtmittelmissbrauchs am Arbeitsplatz.

Übrigens: die SGAS, die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitssicherheit, stuft auch die virtuellen Events als anerkannte Weiterbildungsmassnahme ein.

Rundumblick 

Interessierte können das komplette Line-Up der beiden Online-Expos durchforsten. Hochklassige Referenten der Branche bieten einen Rundumblick über sämtliche Aspekte der Arbeitssicherheit und Corporate Fashion geben werden.

Hier geht’s zur Anmeldung für die Online-Veranstaltung.

 

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