Andri Jost übernimmt Leitung des Akademie Support Centers der Swiss Safety Center Akademie

Die Swiss Safety Center Akademie freut sich, die Ernennung von Andri Jost zum neuen Leiter des Akademie Support Centers bekannt zu geben. Zusammen mit seinem Team steht er den Kursteilnehmenden von der Anmeldung bis zum Zertifikatsversand zur Seite.

Foto: zVg

Als Leiter des Akademie Support Centers verantwortet Andri Jost, von Kursadministration über Raumvermietung bis Personenzertifizierung, ein breites Spektrum an Aufgaben und sorgt dafür, dass Sie als Kundin oder Kunde optimal betreut werden.

Kontinuierliche Verbesserung als Antrieb

Andri Jost setzt auf die kontinuierliche Verbesserung der Abläufe. Dies widerspiegelt sich in der Qualität und Professionalität der Beratung und der Betreuung mit dem Ziel, den Kursteilnehmenden bei jedem Kontakt mit dem Support Center ein besonderes Erlebnis zu bieten.

Vertrauen und Führungserfahrung als Grundlage

Verlässlichkeit und Vertrauen sind Werte, die zusammen mit seiner langjährigen Führungserfahrung Stabilität und gleichzeitig Wachstum fördern. Eine Kombination, die das Team stärkt und auch den Kundinnen und Kunden zugutekommt.

Das Ziel: Mit Sicherheit in die Zukunft durch ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot.

Quelle: akademie.safetycenter.ch

Branchentrend Videoüberwachung

Die Videoüberwachungsbranche schaut in eine positive Zukunft. Kostendruck und wirtschaftliche Unsicherheiten fördern die Nachfrage nach innovativen und effizienten Lösungen.

Immer mehr Prozesse werden von Kameras erfasst – die Sicherheit muss da mitziehen. © depositphotos/Denniro

In Zeiten hoher Inflation und schwacher Konjunktur suchen Unternehmen und staatliche Organisationen nach kostengünstigen Lösungen zur Aufrechterhaltung der Sicherheitsstandards. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach erschwinglichen, aber dennoch zuverlässigen Überwachungssystemen. Die wirtschaftlich angespannte Situation ist somit eher positiv und als Markttreiber für Hersteller von Sicherheitssystemen und deren Verkaufszahlen zu sehen. Denn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt die Kriminalitätsrate, was wiederum dazu führt, dass Unternehmen oder grosse Organisationen mehr in Sicherheit investieren.

Weniger Budget, mehr KI?

Dieser Trend wird beispielsweise durch eine Umfrage der britischen Plattform IFSEC (International Fire and Security Communication) bestätigt. Dabei wurden verschiedene Branchenvertreter und Unternehmer zu verschiedenen Themenkomplexen rund um die Videoüberwachung befragt. Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob die aktuelle wirtschaftliche Situation in England die Pläne zur Einführung oder Aufrüstung von Videoüberwachungssystemen beeinflusst. Die Auswertung zeigt, dass 87 Prozent der befragten Unternehmen oder sonstigen Akteure Projekte zwar teilweise neu bewerten, aber die geplante Videoüberwachung letztlich dennoch umgesetzt hätten. Gleichzeitig könnten Budget­beschränkungen zu einer verstärkten Nachfrage nach KI-gestützter Videoanalyse als Ergänzung zur menschlichen Überwachung führen. In diesem Umfeld müssen die Hersteller innovativ sein, um erschwingliche Optionen anzubieten, die dennoch Sicherheit gewährleisten.

Menschen noch nicht ersetzbar

Werden Leitstellen oder Leitstellenmitarbeiter dadurch überflüssig? Ist zu befürchten, dass durch KI Arbeitsplätze verloren gehen? Die Vorteile von KI und «normaler» Analysesoftware liegen auf der Hand. Sie sind in der Lage, riesige Datenmengen in wenigen Augenblicken nach einem bestimmten Suchbegriff zu durchsuchen und dabei zu lernen. Doch damit ist es oft nicht getan. Denn die Ergebnisse modernster Recherchetools liefern dem Nutzer oft nur Ergebnisvorschläge, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zum eingegebenen Suchbegriff passen. Ergebnisse, die unter einem definierten Schwellenwert liegen, werden dem Nutzer erst gar nicht angezeigt.

Am Ende des Prozesses steht bislang immer noch der Mensch, der die gefilterten Ergebnisse in den Kontext einordnen muss. Ein Beispiel: Wurde der Alarm durch die Tätigkeit einer Reinigungskraft ausgelöst oder wird dieser Bereich gar nicht von einer Reinigungskraft gereinigt und es handelt sich um einen Einbruch? Geschulte Personen, die das Überwachungsgebiet kennen, können dies schnell in den Kontext setzen und eine Entscheidung treffen. Eine KI oder andere Software könnte das in absehbarer Zeit noch nicht – auf Messen oder in der Praxis haben wir so etwas jedenfalls bisher noch nicht gesehen.

Deepfakes als Problem

Bei aller Euphorie über KI und ihre Vorteile muss aber auch die Kehrseite der Medaille aufgezeigt werden: Für Videobilder im Allgemeinen sind insbesondere alle Varianten der sogenannten Deep­fakes ein grosses Problem. Der Autor hat ChatGPT gebeten, eine Definition von Deepfake zu formulieren:

«Die Deepfake-Technologie ist eine Form der KI, die Deep-Learning-Algorithmen verwendet, um extrem überzeugende, oft täuschende, gefälschte Videos oder Audioaufnahmen zu erstellen. Dabei werden Ähnlichkeiten und Merkmale einer Person mit denen einer anderen Person überlagert, was oft zu realistischen, aber völlig fiktiven Inhalten führt.»

Das Schadenspotenzial solcher Deepfake-Videos ist enorm. So können Aussagen von Spitzenpolitikern täuschend echt gefälscht und über Social-Media-Plattformen wie z.B. TikTok einem Massenpublikum zugänglich gemacht werden. Zuletzt wurde sogar ein Werbespot der BILD-Zeitung im frei empfangbaren Fernsehen mittels Deepfake-Technologie generiert und öffentlich dem Publikum gezeigt. Dieser Werbespot enthielt zwar einen kleinen Hinweis, dass es sich um ein mit Deepfake generiertes Video handelt; dieser Hinweis konnte jedoch schnell übersehen werden. Die Folgen können gravierend sein. So zielen bewusst gefälschte Videos darauf ab, Aussagen bekannter Persönlichkeiten zu manipulieren, um deren Bekanntheitsgrad für meinungsbildende Aussagen und Reichweite zu missbrauchen. Denn dort, wo dies bewusst eingesetzt wird, wird sicherlich kein gesonderter Hinweis auf den Einsatz von Deepfake platziert. Der Autor konnte sich selbst davon überzeugen, wie ein humoristisch-satirisch gemeintes Video, das mithilfe der Deepfake-Technologie auf der Social-Media-Plattform TikTok hochgeladen wurde, von zahlreichen Nutzern für wahr bzw. real gehalten wurde und diese ihrem Ärger über die Kommentarfunktion des Videos freien Lauf liessen. Richtig verdächtig wurde es, als Nutzer, die über die Kommentarfunktion verbreitet hatten, dass es sich nicht um ein echtes Video handele, von anderen Nutzern als Verschwörer bezeichnet wurden, weil sie nicht erkannt hatten oder erkennen wollten, dass es sich tatsächlich um ein Deepfake-Video handelte.

Videomarkt muss bei Sicherheit nachziehen

Die Folgen für Betreiber und Eigentümer von Videoüberwachungssystemen, die sich bisher auf Videomaterial als unwiderlegbares Beweismittel verlassen haben, sind gravierend. Wenn die Videoüberwachungssysteme nicht auf dem neuesten Stand der Technik sind, haben Deepfakes das Potenzial, die Glaubwürdigkeit von Videomaterial als Beweismittel und seinen Wert als Abschreckung zu untergraben. Vor Gericht könnte die Verteidigung den Wahrheitsgehalt des Videobeweises anzweifeln und versuchen, dessen zeitliche Abfolge und Authentizität in Frage zu stellen.

Da diese Technik bereits für die breite Masse zugänglich ist, muss der Videomarkt mit Sicherheitsmassnahmen nachziehen. Der Autor empfiehlt daher den Austausch von Zertifikaten und Sicherheitsprotokollen zwischen den Kameras, dem Netzwerk und dem Bildspeicher. Der Betreiber bzw. Eigentümer einer solchen Anlage muss sicherstellen, dass er nachweisen kann, dass das Bild aus der Kamera tatsächlich das gleiche Bild ist, das auf dem Bildspeicher abgelegt und gerade wiedergegeben wird. Dabei spielt der Exportvorgang eine entscheidende Rolle. Die exportierte Videodatei muss alle Metadaten der Originaldatei aus dem Bildspeicher enthalten. Darüber hinaus müssen Zeitstempel mit genauem Datum und sekundengenauer Uhrzeit im Videobild enthalten sein. Ausserdem dürfen die Systeme nicht ohne Weiteres von aussen zugänglich sein. Hier sind dem Stand der Technik entsprechende Massnahmen wie Firewalls, feste MAC-Adressen und IP-Adressen sowie Limitierungen und gesicherte Fernwartungszugänge zu treffen. Im besten Fall ist das Netzwerk, auf dem die Videoüberwachungsanlage läuft, komplett nach aussen abzuschotten.

Abnehmende Akzeptanz bei Cloud-Technologie

Ein weiterer Trend in der Branche ist die Cloud-Technologie. Hier zeigt sich eine zunehmende Akzeptanz dieser Technologie bei den Endkunden bzw. Betreibern von Videoüberwachungsanlagen. Zum einen befinden sich Büronetzwerke z.B. häufig bereits in der Microsoft-Cloud und zum anderen gehen immer mehr Privatpersonen dazu über, ihre Handyfotos und -videos in einer Cloud zu speichern. Dementsprechend gibt es immer mehr Berührungspunkte mit der Cloud-Technologie, sodass es für die meisten Betreiber kein Neuland mehr ist, diese Technologie zu nutzen.

Allerdings hält die Umsetzungsrate mit der stetig steigenden Akzeptanz nicht Schritt. So haben die Befragungen des IFSEC-Insiders gezeigt, dass bei den Entscheidungsträgern noch einige Bedenken bestehen, die das Wachstum des Cloud-Marktes noch hemmen. Diese sind:

  • Bedenken bei Cybersicherheit/Datenschutz
  • Schlechte Internetverbindung oder Bandbreiten-/Latenzeinschränkungen
  • Monatliche immer wiederkehrende Kosten (Bezahlmodell der Anbieter basiert oft auf monatlichen Pauschalpreisen) anstatt einmalige Investkosten

Interessanterweise, so der IFSEC-Insider weiter, seien dieselben Personen, die die oben genannten Gegenargumente vorbringen, der Ansicht, dass die Cloud-Technologie für den Betrieb eines Videoüberwachungssystems bequemer und einfacher sei. Dieses Pro-Argument könnte in den kommenden Jahren dazu führen, dass das Pendel von der Cybersicherheit und dem Datenschutz hin zur Bequemlichkeit der Cloud-Technologie ausschlägt. Hinzu kommt, dass hinter Cybersicherheit, Datenschutz sowie der Bereitstellung eigener Serverräume und dem damit verbundenen hohen Energiebedarf ein hoher Kostenblock steht. Dies, in Verbindung mit der Bequemlichkeit, könnte die Umsetzungsrate in den nächsten Jahren zugunsten von mehr Cloud-Technologie steigen lassen. Darüber hinaus sind Personalengpässe sowohl in der eigenen IT-Abteilung als auch bei externen Dienstleistern Treiber für eine stärkere Zentralisierung externer Datenspeicher und Rechenzentren.

Wozu kann intelligente Videoüberwachung in Zukunft beitragen?

Nachhaltigkeits- und Umweltzertifikate werden bei Ausschreibungen immer häufiger von den Anbietern verlangt. Unternehmen müssen z.B. ihren Aktionären immer häufiger Rechenschaft über Nachhaltigkeit ablegen. Dazu gehören auch neu angeschaffte Systeme wie Videoüberwachung. Der Markt muss dieser Nachfrage Rechnung tragen und entsprechende Produkte bereitstellen, damit die entsprechende Dokumentation beim Kunden bzw. Händler nachgewiesen werden kann.

Der am Anfang dieses Artikels beschriebene Kostendruck, der auch im Zusammenhang mit der aktuell schwierigen Weltwirtschaftslage steht, kann aber auch durch Synergieeffekte ein enormes Potenzial für die Zukunft dieser Branche bieten. So würden nicht nur Sicherheitsabteilungen oder Sicherheitsbehörden von Videoüberwachungsanlagen profitieren, sondern auch andere Bereiche bzw. Unternehmenseinheiten. Es gibt bereits viele Betreiber, die Videokameras nicht nur für Sicherheitsaufgaben, sondern auch für Marketingzwecke einsetzen. So kann eine Kamera nicht nur Videobilder für die Leitstelle liefern, sondern gleichzeitig auch die Personenzählung übernehmen. Das geht so weit, dass nun auch die Marketingabteilungen Videokameras nachfragen und nicht nur, wie früher üblich, die Sicherheitsabteilungen. Die Nachfrage wird also eher steigen.

Fazit

In Zukunft werden immer mehr Prozesse von einer Kamera erfasst werden. Daher werden Videoüberwachungssysteme auch in Zukunft eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung von intelligenten Gebäuden und Städten spielen. Trotz Rezession, Kostendrucks, Fachkräftemangels und steigender Energiekosten hat sich die Videoüberwachungsbranche als krisenfest erwiesen. Neue Wege (Cloud-Technologie), bahnbrechende Innovationen (KI-Systeme) und Synergieeffekte mit anderen Geschäftsfeldern deuten auf eine stabile und interessante Zukunft der Branche hin. An einem darf jedoch nicht gespart werden: an der Sicherheit – egal, welche Technik verwendet wird.

Autor

Fabian Hecker ist bei VZM Planungs-, Projekt- und Sicherheitsingenieur für sicherheitstechnische Gewerke. vzm.de

 

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Gasflaschen müssen draussen bleiben

Die Grillsaison ist zu Ende. Für viele stellt sich nun die Frage, wo sie den Gasgrill während der Wintermonate verstauen. Die BfB Beratungsstelle für Brandverhütung warnt davor, die Geräte im Hausinnern oder in der Garage aufzubewahren.

Der Gasgrill sollte nie in der Garage oder im Hausinnern gelagert werden. © Depositphotos

Der Gasgrill wird vielerorts in Kellern oder in Garagen abgestellt, um ihn vor Kälte und Nässe zu schützen. Dies birgt jedoch ein hohes Risiko. Denn: Entweicht aus dem vermeintlich dichten Behälter dennoch Gas, kann bereits das Betätigen des Lichtschalters zu einer Explosion führen.

Die BfB Beratungsstelle für Brandverhütung empfiehlt deshalb, Gasflasche und Grillgerät getrennt voneinander aufzubewahren. Sorgfältig zu prüfen ist ausserdem, ob der Flaschenhahn gut verschlossen und dicht ist. Zudem muss die Gasflasche zwingend draussen, beispielsweise im Garten oder auf dem Balkon, gelagert werden. Es ist auf einen trockenen, festen und ebenen Untergrund zu achten. Die Flaschen dürfen nicht zusammen mit leicht brennbaren Stoffen gelagert werden. Das für den Grill verwendete Gas ist schwerer als die Luft. Deshalb müssen die Behälter immer so platziert werden, dass eventuell austretendes Gas nicht in Vertiefungen gelangen kann.

Darüber hinaus sind auf jeder Gasflasche Sicherheitshinweise angebracht, die zu beachten sind. Defekte Geräte dürfen nur von ausgewiesenen Fachleuten repariert werden.

Sicherheitstipps der BfB im Überblick

  • Grillgerät ohne Flasche im Haus, im Keller oder in der Garage abstellen
  • Gasflaschen nur im Freien unter einem Dach oder einer Abdeckung lagern
  • Ventile der Gasflasche dicht schliessen und Flaschenkappe aufschrauben
  • Gasflaschen vor Beschädigungen schützen
  • Gasflaschen nicht in der Nähe von Bodenvertiefungen deponieren
  • Sicherheitshinweise beachten

Weitere Sicherheitstipps unter bfb-cipi.ch/gasflasche

Sonnenschutz für Daheimgebliebene

Auch wer nicht in die Ferien verreist, sollte sich schützen: Auch hierzulande ist in den Sommermonaten ein guter Sonnenschutz wichtig – gerade in den Bergen oder an Flüssen und Seen.

Sonnenschutz
Depositphotos, Patrick Lienin

In den Sommerferien wünschen sich die meisten Feriengäste und Daheimgebliebenen vor allem eines: schönes Sommerwetter. Einerseits regen ihre Ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) die Vitamin-D-Produktion an, andererseits bergen sie auch Gefahren, denn sie können die Haut schädigen.

Besonderer Schutz in den Bergen und am Wasser

Die Intensität der UV-Strahlen schwankt in der Schweiz regional und saisonal. In den Sommermonaten ist die Strahlung stärker und pro 1000 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlung um 10 Prozent zu. Wasser wiederum reflektiert die UV-­Strahlen und verstärkt so deren Wirkung um rund 50 Prozent. Deshalb sollten gerade Wasser- und Bergsportler besonders auf einen guten Sonnenschutz achten.

Wirkungsvolles Trio: Schatten, Kleider, Sonnenschutzmittel 

Mit diesen drei einfachen Tipps schützen Sie sich vor der UV-Strahlung:

  • Der beste Sonnenschutz ist der Schatten. Halten Sie sich insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten auf, da während dieser Zeitspanne 80 Prozent der täglichen UV-Strahlung auf die Erde trifft.
  • Kleider schützen ebenfalls gut vor UV-Stahlen. Tragen Sie im Aufenthalt an der Sonne einen Hut, eine Sonnenbrille und Kleidung, die Schultern bis Knie bedeckt.
  • Auf den ungeschützten Körperstellen empfiehlt die Krebsliga als Ergänzung Sonnenschutzmittel. Doch Vorsicht, auch Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor sind kein Freipass für einen unbeschränkten Aufenthalt an der Sonne.

Geringerer Energieverbrauch dank Sommerzeit

In einer neuen Studie haben Empa-Forschende nun analysiert, ob die Zeitumstellung auch einen Einfluss auf die benötigte Heiz- und Kühlenergie von Bürogebäuden hat und welche Rolle der Klimawandel dabei spielt.

Luftbelüfuntgssysteme auf einem Hochhaus.
Bild: AdobeStock/AlexGo

Am Wochenende ist es wieder soweit: Die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Mit dem Beginn der Sommerzeit brechen – wie in jedem Jahr – Diskussionen darüber aus, ob die Zeitumstellung abgeschafft werden soll oder nicht – sowohl in der Politik als auch in der breiten Gesellschaft. Gegner argumentieren, dass die Zeitumstellung negative gesundheitliche Effekte wie Schlafstörungen mit sich bringt. Befürworter hingegen führen oft das Argument der Stromeinsparung ins Feld. Denn wenn es abends eine Stunde länger hell ist, wird weniger künstliches Licht benötigt. «Das war die ursprüngliche Intention hinter der Einführung der Zeitumstellung. Aus unserer Sicht macht es jedoch Sinn, nicht nur den Einfluss auf die Stromeinsparung bei der Beleuchtung, sondern auf den gesamten Energieverbrauch eines Gebäudes zu betrachten», erklärt Sven Eggimann. Gemeinsam mit seinem Kollegen Massimo Fiorentini und weiteren Forschenden des «Urban Energy Systems»-Labs der Empa hat er deshalb ermittelt, ob und wie die Zeitumstellung sich auf den Heiz- und Kühlenergieverbrauch auswirkt.

Früher nach Hause spart Energie

Die grundlegende Hypothese des Forscherteams lautete, dass Büroangestellte durch die Zeitumstellung im Sommer eine Stunde früher im Büro sind und dieses dadurch auch früher am Nachmittag wieder verlassen. Da der grösste Teil der Kühlleistung am späteren Nachmittag anfällt, kann dadurch Energie eingespart werden – unter der Annahme, dass bei einem leeren Büro die Kühlung heruntergefahren oder ganz abgestellt werden kann. Im Hinblick darauf, dass Gebäude immer intelligenter werden, wäre dies künftig relativ einfach zu bewerkstelligen. Um die Hypothese zu überprüfen, simulierten die Forschenden basierend auf Daten von verschiedenen Bürogebäuden in 15 US-amerikanischen Städten die aufgewendete Heiz- und Kühlenergie mit und ohne Sommerzeit für verschiedene Klimaregionen. Dabei wurden nicht nur das aktuelle Klima, sondern auch künftige Klimaszenarien bis 2050 mitberücksichtigt, um den Einfluss des Klimawandels miteinzubeziehen. Das ist zentral, denn die Veränderung des Klimas hat einen enormen Einfluss auf den Energieverbrauch eines Gebäudes. So fanden Empa-Forschende beispielsweise in einer anderen Studie heraus, dass in der Schweiz künftig aufgrund des Klimawandels der gleiche Bedarf an Kühl- wie an Heizenergie anfallen könnte.

Die Ergebnisse der neuen Studie zeichnen nun ein Bild, das die Befürworter der Sommerzeit freuen dürfte. «Die Umstellung auf die Sommerzeit kann die Kühlenergie eines Bürogebäudes um bis zu knapp sechs Prozent verringern. Gleichzeitig kann der Heizbedarf aufgrund des früheren Arbeitsbeginns am Morgen um bis zu 4.4 Prozent ansteigen. Da im Sommer aber viel mehr Kühl- als Heizenergie verbraucht wird, hat die Zeitumstellung gesamthaft gesehen einen positiven Einfluss auf die Energiebilanz eines Gebäudes», fasst Massimo Fiorentini zusammen. Über die unterschiedlichen Klimaszenarien und Klimazonen hinweg variierte die eingesparte Energie zwar – die maximale totale Energieeinsparung lag bei 3 Prozent – sie schlug aber überall zu Buche. Obwohl dieses Ergebnis sich nur auf Bürogebäude in den USA bezieht, liefert es auch wertvolle Erkenntnisse für die Schweiz, denn die klimatischen Bedingungen sind für mehrere der simulierten Klimazonen vergleichbar.

Beitrag zum Klimaschutz

«Unsere Studie zeigt auf, dass die Zeitumstellung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Politische Entscheidungsträger sollten deshalb in der Diskussion um die Abschaffung der Sommerzeit nicht nur die Stromeinsparung bei der künstlichen Beleuchtung, sondern den Einfluss auf die Energiebilanz von Bürogebäuden insgesamt berücksichtigen», so Eggimann. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass die Zeitumstellung nur eine von vielen Möglichkeiten ist, den Energieverbrauch eines Bürogebäudes zu beeinflussen. Auch die Verbesserung des Gebäudebestandes, Verhaltensänderungen oder eine generelle Anpassung der Arbeitszeit können einen Beitrag zur Energieeinsparung und damit zur CO2-Reduktion leisten – unabhängig davon, ob dazu die Uhren umgestellt werden müssen oder nicht.

Quelle: Empa

Stürze im eigenen Daheim: BFU fahndet nach Übeltätern

125'000 Menschen verletzen sich jedes Jahr bei einem Sturz zu Hause. Oftmals sind nasse Böden und Stolperfallen wie herumliegende Schuhe, lose Kabel oder wacklige Schemel die «Übeltäter».

Person mit braunen Schuhen stolpert über ein Kabel. Vermutlich in einer Büro-Umgebung.
Bild: depositphotos

Der mit Abstand häufigste Unfallhergang in der Schweiz sind Stürze. Mehr als 40 Prozent davon passieren im eigenen Daheim. Hier verletzen sich jedes Jahr 125’000 Menschen beim Hinfallen. Diese Stürze haben nicht nur für ältere Erwachsene gravierende Folgen.

Von den insgesamt 14’500 Personen, die sich jedes Jahr beim Hinfallen schwer verletzen, sind 7200 im erwerbstätigen Alter, also zwischen 17 und 64 Jahre alt. Ein Teil dieser Unfälle endet in der Invalidität. Unter dem Strich verursachen die Erwerbstätigen rund die Hälfte der Kosten, die durch Unfälle im Bereich Haus und Freizeit entstehen. Allein aufgrund von Stürzen belaufen sich die jährlichen materiellen Kosten in dieser Altersgruppe auf 1,4 Millliarden Franken.

Sturzrisiko lässt sich stark reduzieren

Über die Hälfte aller Stürze von Personen im Alter zwischen 17 und 64 Jahren passiert auf gleicher Ebene. Ein Fünftel aller Sturzunfälle geschieht auf Treppen und Stufen, rund jeder vierte Sturz aus der Höhe. Obschon letztere seltener vorkommen, haben sie oft gravierendere Folgen. Es lohnt sich deshalb, die standfeste Trittleiter oder den Klapptritt aus dem Keller zu holen, statt auf den herumstehenden Schemel zu steigen. Überhaupt lässt sich das Sturzrisiko mit einfachen Massnahmen stark reduzieren. So rät die BFU, nasse Böden immer sofort zu trocknen und herumliegende Gegenstände, die zur Stolperfalle werden, zu beseitigen.

Nationaler «Fahndungsaufruf»

Solche «Übeltäter», die Stürze verursachen, schreibt die BFU jetzt mit einem Augenzwinkern in einer nationalen Kampagne zur «Grossfahndung» aus. Sie sucht nach Stolperfallen wie herumliegenden Turnschuhen, losen Kabeln, Kuscheltieren oder wackligen Schemeln. Dabei macht sie darauf aufmerksam, dass es gefährlich ist, etwas «kurz» auf der Treppe zu deponieren, nur weil es praktisch und bequem ist. Alle Infos zum Thema Sturz sowie eine praktische Checkliste für ein sicheres Zuhause hat die BFU in einem Dossier auf bfu.ch zusammengestellt.

Quelle: BFU

Zwei Drittel sorgen sich um ihre Web-Accounts

Laut einer Studie des deutschen Branchenverbands Bitkom fürchten sich aktuell viele User vor Identitätsdiebstahl, Hacking und Onlinebetrug. 

Person, abgebildet als typischer "Hacker" - Hoodie der das Gesicht verdeckt. Im Hintergrund befindet sich eine grün-schwarze Wand an welcher einsen und nullen herunterrieseln.
Bild: depositphotos

Zwei Drittel der Internetnutzer in Deutschland fürchten sich vor einer illegalen Nutzung ihrer Passwörter und Onlinekonten. 46 Prozent machen sich zudem Sorgen vor Betrug beim Online-Banking und 34 Prozent vor Betrug beim Online-Einkauf, wie eine Umfrage des deutschen Digitalverbands Bitkom unter 1014 Internetnutzern ab 16 Jahren zeigt.

Freie Fahrt für Spionage

Fast zwei Drittel würden es eigenen Angaben nach nicht bemerken, wenn Fremde ihren Computer oder ihr Smartphone über das Internet ausspionierten. «Verbraucher müssen sich sicher in der digitalen Welt bewegen können», sagt Susanne Dehmel aus der Bitkom-Geschäftsleitung anlässlich des «Weltverbrauchertages» von Mitte März.

Nur 41 Prozent glauben, dass sie in der Lage sind, Geräte wie Computer und Handy ausreichend vor Attacken durch Cyber-Gangster zu schützen. Dabei liegt der Anteil unter den 16- bis 29-Jährigen bei 46 Prozent, unter den 30- bis 49-Jährigen bei 47 Prozent. Dagegen sind es bei den 50- bis 64-Jährigen 40 Prozent und bei den Älteren ab 65 nur 31 Prozent.

Quelle: Pressetext

Gesund arbeiten am Bildschirm

Häufiges und langes Arbeiten am Bildschirm kann zu Nacken- und Kopfschmerzen, Augenbrennen oder Schmerzen an den Schultern, Armen und Händen führen. Das muss nicht sein.

Person mit einer Glühbirne über dem Kopf arbeitet gebückt am Computer.
Bild: depositphotos

Schlecht gestaltete Arbeitsplätze können körperliche Beschwerden verursachen. Dieses Problem ist in allen Branchen und an allen möglichen Arbeitsplätzen anzutreffen, sei es an Maschinen, am Fliessband, hinter der Ladentheke, in der Montage oder im Büro am Bildschirm. Je länger am Bildschirm gearbeitet wird, desto höher ist das Risiko für Beschwerden. Augenbrennen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schmerzen in Schultern, Armen und Händen nennen die betroffenen Menschen am häufigsten.

Nacken- und Schulterschmerzen

Bei Nackenverspannung ist der Bildschirm oft zu hoch eingestellt oder zu seitlich positioniert. Auch das Einklemmen des Telefonhörers zwischen Ohren und Schultern ist nicht förderlich. Schulterbeschwerden sind häufig auch auf zu hoch oder zu tief eingestellte Tische und Stühle zurückzuführen. Dadurch werden die Schultern beim Arbeiten hochgezogen. Wenn die Maus und die Tastatur zu weit weg vom Körper stehen, führt das zu einer ungesunden Streckarmhaltung, was zu einer Überlastung führen kann. Ellbogen- und Handgelenksbeschwerden liegen eventuell an einer zu grossen Maus. Diese sollte zur Grösse der Hand passen. Ausserdem kann eine zu langsam eingestellte Mausgeschwindigkeit zu Hand – gelenkbewegungen führen, die Beschwerden auslösen. Die Mausgeschwindigkeit sollte daher auf «schnell» gestellt sein.

Rücken- und Augenbeschwerden

Rückenbeschwerden sind oft darauf zurückzuführen, dass zu bearbeitende Dokumente direkt vor dem Oberkörper oder neben der Tastatur liegen. Dies führt zu einem gebeugten Rücken. Armlehnen sind ebenfalls Auslöser für Rückenbeschwerden: Stützt man sich während des Sitzens auf einer Armlehne ab, führt dies zu einer schiefen Körperhaltung. Augenbeschwerden kommen auf, wenn zu lange am Stück am Bildschirm gearbeitet wird und wenn zusätzlich die Beleuchtung ungünstig ist. Regelmässiges In-die-Ferne-schauen entlastet das Auge. Um die Augen zu befeuchten, hilft bewusstes Schliessen der Augenlider. Auf eine Standard-Gleitsichtbrille sollte beim Arbeiten am Bildschirm verzichtet werden. Sie schränkt das Sehfeld zu stark ein. Da der Bereich der Gleitsichtgläser fürs Lesen eher unten ist, ist eine natürliche Kopfhaltung kaum möglich. Das führt zu Nackenbeschwerden. Eine Brille speziell für die Bildschirmarbeit ist daher die bessere Lösung.

Ergonomie und Wohlbefinden

Körperliche Beschwerden beeinflussen die Leistungsfähigkeit der betroffenen Mitarbeitenden und verursachen Ausfallstunden. All dies belastet die Erfolgsrechnung der einzelnen Unternehmen. Ergonomische Arbeitsplätze haben einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Die Bedeutung einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung steigt mit der Benützungsdauer. Je länger am Bildschirm gearbeitet wird, desto mehr muss darauf geachtet werden, dass die Details stimmen. Die richtige Positionierung von Tisch, Stuhl, Bildschirm und Tastatur benötigt nur wenige Minuten Zeit, hat aber einen grossen Effekt.

Qualität und Produktivität

Entspricht die Arbeitsgestaltung den Bedürfnissen des Menschen, ist die körperliche Belastung kleiner und die Mitarbeitenden ermüden weniger schnell. Zudem steigt die Motivation. Beides wirkt sich positiv auf Qualität und Leistung sowie auf die Produktivität aus. Neben der ergonomischen Einrichtung beugen auch Körperhaltung, Bewegung und Arbeitsunterbrechungen Beschwerden vor. Im besten Fall wechseln sich sitzende, stehende und gehende Tätigkeiten ab. Idealerweise sieht die Aufteilung wie folgt aus: 60 Prozent sitzen, 30 Prozent stehen und 10 Prozent gehen.

Kosten und Amortisation

Wird die Ergonomie bereits bei der Planung und Neuinstallation von Arbeitsplätzen berücksichtigt, entstehen in der Regel keine oder nur sehr bescheidene Mehrkosten. Müssen jedoch bestehende Arbeitsmittel und Arbeitsplätze wegen ergonomischer Mängel nachgebessert werden, ist dies meist mit Kosten verbunden. Doch selbst in diesem Fall sind die erforderlichen Investitionen meistens rasch amortisiert. Denn die ergonomische Gestaltung der Arbeit bringt in der Regel beträchtliche Einsparungen durch die erwähnte Reduktion der Krankheits- und Unfallzahlen sowie Leistungssteigerungen dank gesünderen und motivierteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Quelle: Suva

Zuckerreduktion in Nahrungsmitteln

Mitte Februar unterzeichnete Bundespräsident Alain Berset eine Erweiterung zur sogenannten «Erklärung von Mailand». Insgesamt verpflichten sich seither 24 Schweizer Firmen zum Weg der freiwilligen Zuckerreduktion in Lebensmitteln.

Zuckerreduktion
Bild: depositphotos

Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit konsumieren Schweizerinnen und Schweizer nach wie vor doppelt so viel Zucker, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Die Rede ist von rund 100 Gramm oder 25 Würfelzucker pro Tag. Zu viel Zucker macht aber eindeutig krank. Spätere Indikatoren und Folgeerscheinungen sind Fettleibigkeit, Herzkreislaufstörungen oder gar Diabetes Typ 2. Bislang haben schon 14 Lebensmittelhersteller und Detailhändler sich der sogenannten Erklärung von Mailand angeschlossen, welche Bundesrat Alain Berset erstmals an der Weltausstellung in Mailand 2015 zur freiwilligen Zuckerreduktion ins Leben gerufen hatte. Mit der Aufnahme der neuen Lebensmittelgruppen Erfrischungsgetränke, Milchmischgetränke und Quark sind nun zehn weitere Unternehmen zur «Erklärung von Mailand» dazugestossen.

Keine Einigung zur Salzreduktion

Mit der gemeinsamen Erklärung besteht bislang die Verpflichtung, schrittweise vor allem den Zuckergehalt in Joghurts und Frühstücks­cerealien bis Ende 2024 zu reduzieren. Die unterzeichnenden Firmen wollen den Zuckergehalt der weiteren Produkte bis Ende 2024 um zehn Prozent senken. Erhebungen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit (BLV) zeigten, dass 38 Prozent des zugesetzten Zuckers in unserer Ernährung aus Getränken stammt.

Nach wie vor keine Einigung besteht bei der Salzreduktion. Auch der Salzkonsum liegt gemäss der WHO-Empfehlung (bei über fünf Gramm pro Tag) deutlich über dem empfohlenen Tageskonsum. Das BLV hat der Lebensmittelindustrie bislang erste Salzreduktionsziele für Suppen und Salatsaucen vorgeschlagen.

Diese Firmen haben die Erklärung von Mailand unterzeichnet:

Neu (seit 14. Februar 2023): Mineralquellen Adelboden AG, Coca-Cola Schweiz GmbH, Goba AG, Mineralquelle Eptingen AG, Ramseier Suisse AG, Mineralquelle Rhäzüns, Rivella Group, Trivarga AG, Vivi Kola AG, Volg Konsumwaren AG

Bisher: Aldi Suisse AG, bio-familia AG, Bossy Céréales SA, Coop Genossenschaft, Cremo SA, Danone Schweiz AG, Emmi Schweiz AG, Kellogg (Schweiz) GmbH, Lidl Schweiz AG, Migros-Genossenschafts-Bund, Molkerei Lanz AG, Nestlé Suisse S.A., Schweizerische Schälmühle E. Zwicky AG, Wander AG

Cybersecurity-Führungskräfte könnten bis 2025 vermehrt den Job wechseln

Laut einer Studie von Gartner dürfen fast die Hälfte aller Cybersecurity-Führungskräfte bis 2025 ihre Position wechseln. Ein Viertel der Betroffenen könnten sogar aufgrund von Mehrfachbelastungen am Arbeitsplatz in eine komplett neue Rolle schlüpfen.

Zündhölzer mit roten Köpfen welche die Form eines menschlichen Kopfs haben. Eines davon brennt.
Bild: depositphotos

Eine Studie von Gartner kommt zur Bilanz, dass Cybersecurity-Führungskräfte gegenwärtig unter einem enormen Stresslevel stehen. Die «Defensiv-Haltung», jederzeit von einem grösseren IT-Security-Vorfall betroffen zu sein, habe psychologische Auswirkungen, welche sich wiederum auf Entscheidungen und Leistungen innerhalb des Teams einer Cybersicherheits-Organisation auswirken dürfte.

Der Mensch ist die Hauptursache für Sicherheitsvorfälle

Die Analyse des US-ICT-Marktforschungsunternehmens kommt auch zum Schluss, dass die Dynamik und die enormen Marktchancen für Cybersecurity-Fachleute eine weitere Bedrohung für Sicherheitsteams darstelle, da vermehrt potenzielle Entscheider aus diesem Bereich ihre Position wechseln dürften. Auf Compliance ausgerichtete Cybersicherheitsprogramme, wenig Unterstützung durch die Geschäftsleitung und ein zu geringer Reifegrad in der Branche seien alles Indikatoren für ein Unternehmen, welches das Management von Sicherheitslücken als entscheidend für den Geschäftserfolg sieht, wie Gartner schreibt.

Unternehmen dieser Art dürften Gartner zufolge vermehrt in andere Bereiche abwandern. Die höhere Fluktuation werde spürbar sein, da der Einfluss von Sicherheitskräften in der ICT in der Regel geschätzt wird. Laut Gartner dürften bis 2025 der Cybersecurity-Führungskräfte ihren Job wechseln. 25 Prozent werden innert dieses Zeitraums gar eine völlig andere Rolle antizipieren.

Burnout und freiwillige Fluktuation seien indes die Folgen einer schlechten Unternehmenskultur. Die Beseitigung von Stress bleibe immer ein unrealistisches Ziel, wird Deepti Gopal, Director Analyst bei Gartner, in dem Bericht zitiert. Jedoch, in Kulturen, in denen Mitarbeitende unterstützt werden, seien Menschen in der Lage, unglaublich anspruchsvolle und stressige Aufgaben zu stemmen, so Gopal.

Limitierende Faktoren

In Untersuchungsberichten ist immer wieder von «menschlichem Versagen» als Unfallursache zu lesen. Trotz einer ausgefeilten Technik scheint der ­Faktor Mensch weder beherrschbar noch voraussagbar zu sein.

© depositphotos

Alle Erfahrungen deuten darauf hin, dass sich selbst bei hohem technischem Aufwand und intelligenter Kontrolle Unglücksfälle nicht vermeiden lassen. Als Ursachen für menschliches Versagen werden etwa das Nicht­beachten fachlich-technischer Vorgaben, das Alter, aktuelle persönliche Probleme oder biologische Schwankungen angeführt. Die Frage soll dahingehend formuliert werden, wie sich für sensible Tätigkeiten risikoaffine von sicherheitsorientierten, aufmerksamen Personen differenzieren lassen.

Menschliches Versagen

Von Personen in verantwortungsvollen Jobs wird eine bewusste Kontrolle über ihre Handlungen erwartet. Was entscheidet darüber, ob im Moment X plötzlich ein Fehler oder eine Fehlentscheidung passiert? Der Alltag ist eben nicht gleichförmig. Einerseits unterliegt der Mensch biologischen Schwankungen und psychischen Belastungen. Anderseits können Situationen einen höheren Komplexitätsgrad als üblich erreichen und aussergewöhnliche Entscheidungen erfordern. Handeln in komplexen Situationen erfordert eine hohe geistige Wachheit, Kreativität und Selbstsicherheit.

Persönliche Ursachen für Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen

Den meisten Unfällen, die auf menschliches Versagen zurückgehen, liegen Fehleinschätzungen und dementsprechende Fehlentscheidungen zugrunde. Die Liste der Ursachen hierfür ist länger:

Erlernte Sorglosigkeit (Frey & Schultz-Hardt, 1997): Der Begriff spricht für sich. Es geht um Personen, die, auf einer Wolke von stetem Erfolgserleben schwebend, weder ihre Misserfolge noch Konsequenzen ihres Handelns erkennen können. Sorglosigkeit wird zelebriert und Sorgfalt ist unnötiger Aufwand. Wer im Zustand der Sorglosigkeit lebt, ändert diesen Seinszustand nur schleppend, selbst wenn Informationen über eine potenzielle Gefährdung vorliegen.

Informationsverluste oder Informationsdefizite: Auf dem Weg von A nach B passieren öfters gravierende Verluste von Informationen. Die Entscheidung, welche Informationen für B relevant sind, unterliegt subjektiven Filtern der Person A, die über die Information verfügt. Dies kann auf einer falschen Einschätzung der Zusammenhänge und Konsequenzen von Inhalten basieren.

Fehlende Parameter: Informations­defizite entstehen zudem, wenn eine Person mit einer eher pragmatisch-zupackenden Art sich von lästiger Informationsrecherche entbindet. Andere hingegen suchen zuerst nach Informationen, bevor sie handeln.

Unachtsamkeit: Personen in einem wachen geistigen Zustand reagieren aufmerksamer und schneller auf Veränderungen und unerwartete Situa­tionen. Geistige Wachheit wird als wichtigste Voraussetzung erachtet, um in komplexen Situationen optimal zu reagieren. Die Achtsamkeit bzw. Aufmerksamkeit ist durch persönliche Probleme negativ beeinflussbar.

Physiologische Faktoren

Dazu zählen Bedürfnisse wie Erholung, Hunger und Durst. Müdigkeit reduziert die Aufmerksamkeit und damit die schnelle und klare Reak­tionsgeschwindigkeit. Die negativen Auswirkungen von Durst und Hunger lassen sich bei Kindern gut beobachten. Sie werden grantig und reagieren diffus. Das Gehirn ist unser Hochleistungsorgan. Es verzehrt am meisten Energie, besonders wenn es gefordert ist. Mit dem Faktor Alter wird der Erfahrungsschatz positiv in Verbindung gebracht, da Problemstellungen bereits einmal durchexerziert worden sind. Das Alter bringt aber auch eine im Vornherein nicht kalkulierbare reduzierte Denkleistung mit sich.

Einige der Ursachen für Fehleinschätzungen sind personimmanent, andere wiederum situationsbedingt. Die person­immanenten Faktoren können in der Re­krutierung rechtzeitig erfasst werden.

Erfassung persönlicher Eigenschaften

In welchen Bereichen lassen sich nun Voraussagen machen im Rahmen einer Rekrutierung? Hierzu gibt es neu ein Instrument: Das Zuger Stress- & Persönlichkeits-Profil (ZSPP®) erfasst die geistige Präsenz (Wachheit) als wichtige Voraussetzung für eine präzise, adäquate Reaktion. Solche Reaktionen können aber durch internale Stressoren gebremst werden. Diese Blockaden vermag das ZSPP® als erstes Instrument zu messen. Des Weiteren werden der Umgang mit Informationen, Zuverlässigkeit, Eigenständigkeit, Selbstwirksamkeit, Lösungsorientierung und soziale Aspekte wie Zusammenarbeit im Team gemessen.

Quelle: www.zspp.ch

Bund zeichnet düsteres Bild der sicherheitspolitischen Lage

Die verstärkte Konkurrenz der Grossmächte und Regionalmächte führen laut dem Nachrichtendienst des Bundes auch global zu intensivierten verbotenen nachrichtendienstlichen Tätigkeiten.

nachrichtendienstlichen Tätigkeiten
Bild: depositphotos

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 9. November 2022 den jährlichen Bericht zur Beurteilung der Bedrohungslange (NDG) verabschiedet. Insgesamt bleibe das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz «volatil». Früherkennung und Antizipation müssten weiterentwickelt werden, bilanziert der ausführliche Bericht.

Wie bereits aus dem Zusatzbericht zum Sicherheitspolitischen Bericht 2021 hervorging, habe der Krieg in der Ukraine weitereichende Auswirkungen. So habe sich vor allem die internationale sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation in Europa intensiviert. Die Terrorbedrohung in der Schweiz ist nach wie vor erhöht: Anschläge durch Einzeltäterinnen und -täter oder Kleingruppen mit geringem logistischen und organisatorischen Aufwand stellen laut dem Nachrichtendienst weiterhin die «wahrscheinlichste Terrorbedrohung» dar.

Zunahme verbotener nachrichtendienstlicher Tätigkeiten

Der Konflikt zwischen Ost und West führe auch zu einer weltweiten Intensivierung der verbotenen nachrichtendienstlichen Tätigkeiten. Mit Blick auf die Bedrohung kritischer Infrastrukturen summiert der Bericht weiter, dass die Digitalisierung aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie einen weiteren Schub erfahren hat, was nun auf Kosten der Sicherheit geschah.

Bedrohungen für kritische Infrastrukturen gingen daher nicht nur von Cyberkriminellen aus.: Auch physische Angriffe sind jederzeit möglich, denn ein konventioneller Krieg zwischen Industrienationen sei eine Bedrohung für zahlreiche kritische Infrastrukturen und könne direkte Auswirkungen auf die Schweiz haben, wie der Fall des Kernkraftwerks Saporischschja gezeigt habe. Der Bundesrat unterstreicht in dem Bericht insbesondere die Notwendigkeit, die Kompetenzen zur sicherheitspolitischen Früherkennung und Antizipation weiterzuentwickeln und diese Aufgabe im Verbund verschiedener Bundesstellen noch umfassender und systematischer wahrzunehmen.

Quelle: Bund/Redaktion

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