Suva ist solide unterwegs

Für das Jahr 2019 weist die Suva ein positives Betriebsergebnis von 57,5 Millionen Franken aus. Die Suva ist weiterhin solide finanziert und hat genügend Eigenmittel, um die heute absehbaren finanziellen Belastungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der aktuellen Börsenlage zu verkraften. Alle gesetzlichen Ansprüche der Versicherten sind gedeckt.

Felix Weber, Vorsitzender der Geschäftsleitung, am 5. Juni 2020 an der Bilanzmedienkonferenz der Suva am Hauptsitz in Luzern. © Suva/Keystone-SDA/Patrick Huerlimann

Die Suva weist für 2019 ein positives Betriebsergebnis von 57,5 Millionen Franken aus. Die Prämien erwiesen sich wie in den Vorjahren als risikogerecht. Alle Versicherungszweige sind finanziell im Gleichgewicht. Für alle zukünftigen Leistungen aus allen bereits geschehenen Unfällen und Berufskrankheiten bestehen bedarfsgerechte Rückstellungen. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte die Suva auf den Kapitalanlagen eine überdurchschnittliche Anlageperformance von 9,3 Prozent. Das Anlagevermögen erhöhte sich per Ende Jahr von 50 auf 54 Milliarden Franken. Der gesetzliche Finanzierungsbedarf wurde damit übertroffen.

Per Anfang 2020 sank der technische Zinssatz auf Beschluss des Eidgenössischen Departements des Innern auf 1,5 Prozent. Die daraus entstehenden Kosten wurden bereits 2018 vorfinanziert, so dass keine Erhöhung der Prämien resultieren wird. Angesichts der weiterhin extrem tiefen Zinsen und der absehbaren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie erscheint jedoch eine weitere Senkung des technischen Zinssatzes als sehr wahrscheinlich. Die Suva hat das gute Anlageergebnis 2019 genutzt und eine Rückstellung von 2,2 Mrd. Franken gebildet, um auch diese Senkung ohne Belastung der Prämienzahlenden zu finanzieren. Aus den verbleibenden Mitteln wurden die Rückstellungen für Risiken aus Kapitalanlagen gestärkt, sodass eine Erhöhung des Solvenzquotienten auf 171 Prozent resultierte. Damit stärkt die Suva ihre Fähigkeit, sämtliche Verpflichtungen gegenüber den Versicherten jederzeit zu erfüllen.

Im Jahr 2019 konnten die Prämienzahlenden von einer ausserordentlichen Erstattung überschüssiger Anlageerträge in Höhe von 532 Mio. Franken profitieren. In der Berufsunfallversicherung findet 2020 eine weitere Rückerstattung in Form tieferer Prämien in Höhe von rund 180 Mio. Franken statt. Leider erlaubt die angespannte Lage an den Kapitalmärkten für die kommenden Jahre keine weiteren ausserordentlichen Prämiensenkungen mehr. Obwohl die Nettoprämien 2021 stabil bleiben, werden daher die fakturierten Bruttoprämien in der Berufsunfallversicherung für viele versicherte Betriebe wieder auf das Niveau von 2018 steigen, während sie in der Nichtberufsunfallversicherung im Durchschnitt unverändert bleiben.

Massnahmen aufgrund der Coronavirus-Pandemie

Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Belastung der versicherten Betriebe durch die Coronavirus-Pandemie, entlastet die Suva diese weitmöglichst administrativ und finanziell. Zahlungsfristen sind bis mindestens Ende Juni verlängert und bis auf Weiteres werden keine Mahnungen und Betreibungen versendet. Als Vermieterin entlastet die Suva jene Kunden, die direkt von einer Betriebsschliessung während des Coronavirus-Lockdowns betroffen waren mit mindestens einer Monatsmiete, bei indirekt betroffenen Mietern werden individuelle Lösungen gesucht. Die Zahl der Berufsunfälle ist infolge des Lockdowns markant zurück gegangen. Deshalb ist geplant, die Prämien in der Berufsunfallversicherung dem gesunkenen Risiko entsprechend anzupassen. Aktuell prüft die Suva zusammen mit dem Schweizerischen Versicherungsverband SVV und den übrigen Unfallversicherern, wie diese geplante Prämienanpassung in der Berufsunfallversicherung am besten umgesetzt werden kann.

Mit den vom Bund im Rahmen der Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus übertragenen Betriebskontrollen auf Baustellen sowie in Industrie und Gewerbe, leistet die Suva einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung einer Ausbreitung des Coronavirus. In enger Zusammenarbeit mit den Betrieben suchen wir nach Lösungen und unterstützen sie dabei, die Schutzmassnahmen des Bundes umzusetzen. Für Arbeitnehmende im Bereich Bau sowie in den Bereichen Gewerbe und Industrie betreibt die Suva je eine Hotline für Fragen zum Schutz der Arbeitnehmenden vor dem Coronavirus.

Felix Weber, Vorsitzender der Geschäftsleitung, kommentiert: «Mit einem positiven Betriebsergebnis 2019, soliden Rückstellungen und Eigenmitteln sind wir gut auf die finanziellen Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie aufgestellt. Wir sind uns bewusst, dass aufgrund der Coronavirus-bedingten Einbrüche der Umsätze ein Teil unserer versicherten Betriebe um ihr Überleben kämpft. Wir setzen deshalb alles daran, sie weitmöglichst administrativ und finanziell zu entlasten.»

Insgesamt unauffällige Entwicklung der Unfallzahlen im Jahr 2019

Im Geschäftsjahr 2019 wurden der Suva 479 746 Unfälle und Berufskrankheiten gemeldet (+ 0,9 Prozent). Die Taggeldbezugsdauer hat sich mit 40,8 Tagen (Vorjahr 40,6 Tage) leicht erhöht. Die steigende Anzahl der Fälle mit Taggeld (+ 2,7 Prozent) wirkte sich auf die Taggeldkosten aus, diese erhöhten sich auf 1,492 Milliarden Franken (+ 3,5 Prozent).

Die Zahl der Berufsunfälle stieg um 1,3 Prozent, was sich mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigten gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) deckt. Die Zahl der Freizeitunfälle ist um 0,9 Prozent gestiegen. Bezogen auf die versicherten Personen bedeutet dies eine leichte Abnahme der Freizeitunfälle gegenüber dem Vorjahr mit dem aussergewöhnlich sonnigen Sommer. Die Zahl der Unfälle bei den als arbeitslos gemeldeten Personen hat erneut abgenommen (- 5,8 Prozent). Dies ist auf die gute Arbeitsmarktlage 2019 mit den sinkenden Arbeitslosenzahlen zurückzuführen.

Die vom Bundesrat angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wirkten sich auch auf die aktuelle Entwicklung der Unfallzahlen aus. Während der Lockdown-Phase vom 16. März bis 10. Mai 2020 wurden der Suva 34 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahr gemeldet. Wie stark sich der Rückgang der Unfallzahlen auf die Jahreszahlen auswirken wird, ist von der Dauer und der Intensität der Coronavirus-Massnahmen abhängig. Der Rückgang der gemeldeten Unfälle bis zum 10. Mai 2020 macht rund 5 Prozent der üblicherweise in einem ganzen Jahr gemeldeten Unfälle aus.

Text: Suva

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Richtig Grillieren

Jedes Jahr geschehen in der Schweiz rund 400 Unfälle beim Grillieren zu Hause und 500 Unfälle beim Feuern auswärts. Die 900 Grillunfälle kosten die Versicherer jährlich rund 3 Millionen Franken. Drei Viertel der Verunfallten sind Männer. Verbrennungen, Insekten- und Zeckenstiche sowie oberflächliche Wunden sind die häufigsten Verletzungsarten. Mit ein paar wenigen Sicherheitsvorkehrungen verringert sich die Verletzungsgefahr.

Jedes Jahr geschehen in der Schweiz rund 400 Unfälle beim Grillieren zu Hause und 500 Unfälle beim Feuern auswärts. Bild von Suva: © KEYSTONE/WESTEND61/ZoneCreative

Offensichtlich reizt das Feuern mehr den männlichen Teil unserer Gesellschaft. Lediglich 24 Prozent der 900 Verunfallten beim Grillieren sind Frauen. Weiter zeigt die Statistik: Es sind vor allem jüngere Männer, die sich beim Umgang mit Feuer im Freien verletzen. Die über 40-Jährigen verletzen sich hingegen eher beim Grillieren zu Hause. Die meisten Grillunfälle passieren zwischen April und September.

Hände weg vom Feuer

Wen wunderts: Bei den Verletzungsarten stehen statistisch die Verbrennungen an erster Stelle. Ungefähr 60 Prozent machen die Verbrennungen beim Grillieren zuhause aus. Dabei sind die Hände am meisten betroffen, danach folgen Verbrennungen am Kopf, an den Armen und Beinen. Die unsachgemässe Handhabung eines Grills stellt ein besonders hohes Verletzungsrisiko dar. Um Verletzungen zu verhindern, positioniert man den Grill am besten auf einem stabilen, feuerfesten Untergrund. Der Grill muss mindestens ein Meter Abstand von brennbaren Materialien haben (z. B. Gartenmöbel, Kissen, Plastikteller, Balkongeländer etc.). Der Grillplatz sollte sich im Freien oder auf dem Balkon befinden. Silvan Aschwanden, Experte für Sicherheit bei der Suva empfiehlt: «Ein Grill sollte an einer windgeschützten Stelle platziert werden, damit der Rauch gefahrlos abziehen kann». Niemals sollte man in wenig belüfteten oder gar geschlossenen Räumen grillieren! Kinder und Tiere in Grillnähe müssen stets beaufsichtigt werden. Beim Einsatz eines Gasgrills besteht die grösste Verletzungsgefahr durch Gasaustritt beim Flaschenwechsel und durch defekte oder falsche Schläuche, die nicht an Schweizer Gasflaschen passen. Beim Kohlegrill steht die unsachgemässe Verwendung von flüssigen Anzündhilfen im Vordergrund. Am besten werden Anzündwürfel eingesetzt, empfiehlt Aschwanden. Wer grilliert, ist für die Sicherheit aller Anwesenden verantwortlich und bleibt beim Grill, bzw. übergibt die «Grillwache» an einen anderen Erwachsenen.

Insekten und Zecken sorgen für feurige Momente

Beim Feuern auswärts verbrennen sich die Verunfallten ungefähr gleich viel, wie sie unverhofft durch Zecken oder Insekten gestochen werden oder sich anderweitig oberflächlich verletzen. Es lohnt sich deshalb, möglichst körperbedeckende Kleidung und geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Damit die kleinen unerwünschten Tierchen fernbelieben, empfiehlt sich die Anwendung von Insektenspray vor dem Ausflug zum «Bräteln». Um Schnittwunden zu verhindern, werden Messer und andere gefährliche Grillwerkzeuge am besten separat und stichgeschützt mitgeführt.

Die schönsten Momente nicht verfeuern

Damit gemütliche Grillabende in schönster Erinnerung bleiben, gehört zum «Feuer machen» auch das «Feuer löschen». Sei es nun beim Feuern im Freien oder zuhause, mit Holz, Kohle oder Gas: Am Schluss muss die Feuerquelle sorgfältig gelöscht bzw. ausgemacht werden. Bei einem Gasgrill gilt es zu überprüfen, ob die Gaszufuhr komplett zugedreht ist und beim Feuern im Freien die glühende Kohle, resp. das verbrannte Holz bis auf das letzte Stück erkaltet ist.
Die Gasflasche beim Gasgrill sollte zudem immer aufrecht und draussen gelagert werden. Gasflaschen niemals in unbelüfteten Räumen oder im Keller aufbewahren, damit unbemerkt austretendes Gas sich nicht ansammeln und gegebenenfalls entzünden kann.

Text: Suva

Weitere Informationen zum Thema:

Swiss Safety Center Akademie öffnet wieder ihre Türen

Ab 8. Juni 2020 öffnet das Swiss Safety Center Akademie wieder seine Türen. Bei den Präsenzkursen haben die Sicherheit und der Schutz der Kursteilnehmenden, Kursleitenden und Mitarbeitenden höchste Priorität.

Die Swiss Safety Center AG ist ein Unternehmen der SVTI-Gruppe und Teil des Kompetenzzentrums für technische Sicherheit und Risikomanagement. © Swiss Safety Center AG

Die umfassenden Schutzmassnahmen sind hier zusammengestellt.

Tag der offenen Tür 2020

Gleichzeitig stehen Ihnen für Ihre Anlässe auch unsere Tagungs- und Seminarräume zur Miete wieder zur Verfügung. Ob Teammeeting, Kundenevent oder Jahresversammlung mit bis zu 200 Personen, im neu erbauten Tagungszentrum der Swiss Safety Center Akademie finden Sie das passende Raumangebot – einen Steinwurf vom Bahnhof Wallisellen entfernt. Interessiert an den Tagungs- und Seminarräumen? Dann besuchen Sie die Swiss Safety Center Akademie am Tag der offenen Tür am Dienstag, 30. Juni 2020, ab 16.00 bis 18.00 Uhr.

Einen Überblick zu allen Präsenzkursen und Web-Live-Kursen der Swiss Safety Center AG finden hier.

Quelle: www.svti-gruppe.ch/tagungszentrum

Für eine gesicherte Maskenqualität

Empa-Forschende haben gemeinsam mit der Schweizer Textilbranche Technologien und Qualitätsstandards für textile Masken entwickelt. Ab sofort können dadurch in der Schweiz sogenannte Community Masken produziert werden.

Die Empa hat die Community Masken während der derzeitigen Krisensituation untersucht. © Empa

Um die Schweiz in der Corona-Krise mit wirksamem Schutzmaterial versorgen zu können, haben Empa-Forschende in den vergangenen Wochen gemeinsam mit der Textilbranche und weiteren Partnern unter Hochdruck an Technologien und Qualitätsstandards für sogenannte Community Masken gearbeitet. Im Auftrag der «National COVID-19 Science Task Force» des Bundes sind nun im Projekt «ReMask» präzise Vorgaben für textile Masken verfügbar, die das Risiko der Coronavirus-Verbreitung minimieren sollen.

So hatte die Expertengruppe «Masken» der Science Task Force etwa kürzlich Empfehlungen bezüglich der Qualitätsanforderungen für Community Masken abgegeben. Basierend auf diesen Empfehlungen hat die Empa derartige Community Masken während der derzeitigen Krisensituation bis jetzt untersucht. «Innert kürzester Zeit haben wir in den Empa-Labors die nötigen Technologien und Verfahren entwickelt und umgesetzt», erklärt René Rossi vom Labor für «Biomimetic Membranes and Textiles» in St. Gallen. Damit für diese Versuche keine gefährlichen Viren eingesetzt werden mussten, verwendeten die Forscher künstlichen gefärbten Speichel, um das Geschehen an der Innen- und Aussenseite einer Maske im Sinne einer Tröpfcheninfektion simulieren. «Mit den entwickelten Apparaturen liessen sich die Simulationen optimal erreichen», so Rossi.

Weitere Infos

www.empa.ch

Fördert Corona eine neue und bessere Führungskultur?

Für viele Führungskräfte, deren Teams im Homeoffice arbeiten, sind die vergangenen Wochen ein herausfordernder Spagat gewesen: Einerseits die Qualität der Arbeit zu gewährleisten, andererseits die Beschäftigten, insbesondere diejenigen mit Kindern, vor Überlastung zu schützen. Die Situation bietet aber auch Chancen für eine neue und bessere Führungskultur.

Die MitarbeiterInnen im Homeoffice können auch einmal Nein sagen, wenn es zu viel wird.
©Depositphotos/monkeybusiness

Führungskräfte, die vor allem auf Kontrolle und Anwesenheit setzen, haben gemerkt, dass sich ihr Führungsstil überholt hat. Klare Kommunikation, Transparenz und die Teilhabe der Beschäftigten sind in den Vordergrund gerückt. „Das gilt für den «regulären» Arbeitsalltag und ist jetzt noch wichtiger geworden“, sagt Dr. Marlen Cosmar, Psychologin und Referentin am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG).

Führungskräfte benötigen ein Bewusstsein für diese neue Situation

Gerade wenn für das Homeoffice Vertrauensarbeitszeit vereinbart wurde, ist es wichtig, sich auch darauf zu verlassen, dass Beschäftigte ihre Arbeit gut erledigen. „Manche Führungskräfte, die das noch nicht gewohnt sind, können hier über ihren Schatten springen“, unterstreicht die Psychologin. Insbesondere für Beschäftigte mit Kindern vereinfache es die Situation erheblich, wenn nicht auf jede einzelne Stunde geschaut werde, sondern darauf, dass das Gesamtergebnis stimme. Dr. Cosmar: „Ein solch vertrauensvolles Verhalten der Führungskraft wird mit engagierter Arbeit durch die Beschäftigten gewürdigt.“

Dies senkt auch die Doppelbelastung im Homeoffice. Die Situation stellt ein grundsätzlich erhöhtes Gesundheitsrisiko dar, weil die Gefahr einer Überforderung grösser ist. Im schlimmsten Fall könnten sogar Burnout oder auch Depressionen drohen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice können auch einmal Nein sagen, wenn es zu viel wird. Gerade bei Beschäftigten mit Kindern sollten sich Führungskräfte auf deren Einschätzung verlassen“, so Dr. Cosmar.

Aktuell stellt sich für Führungskräfte zudem die Aufgabe, den Umstieg vom Homeoffice zurück ins Büro möglichst reibungslos zu gestalten. Erfahrungen aus der Zeit im Homeoffice können genutzt werden. Wenn Beschäftigte im Homeoffice eigenverantwortlicher arbeiten, haben sie dies oft schätzen gelernt. „Führungskräfte sollten überlegen, ob diese Arbeitsweise nicht auch bei der Rückkehr ins Büro aufrechterhalten werden kann: Moderation statt Kontrolle, Freiräume statt Restriktionen. Führungskräfte müssen künftig möglicherweise ihr Verhalten umstellen und stärker zielorientiert führen“, so Dr. Marlen Cosmar.

Weitere Infos

www.dguv.de

Fehlanwendung von Pandemieatemschutz in Betrieben vermeiden

Zurzeit besteht die Möglichkeit, Atemschutz auf Grundlage einer vereinfachten Prüfung in den Verkehr zu bringen. Dieser sogenannte Corona-Pandemieatemschutz (CPA) soll Beschäftigte im Gesundheitswesen vor einer Sars-CoV-2-Infektion schützen. Gegenüber konventionellem, zertifiziertem Atemschutz hat er damit nur eine eingeschränkte Schutzwirkung. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) klärt auf und gibt Hinweise, wie Betriebe auch in Pandemiezeiten an ihren Arbeitsplätzen den richtigen Atemschutz einsetzen können.

Es wurden bereits Dutzende von Produkttypen mit positivem Ergebnis geprüft und Millionen von Masken verkehrsfähig gemacht. ©Depositphotos/tendo23

Um dem akuten Mangel an Atemschutzmasken in Pandemiezeiten zu begegnen, existiert seit Ende März 2020 für Deutschland ein Schnelltest, der die Eignung von Atemschutzmasken zum Schutz vor Sars-CoV-2 pragmatisch überprüft. Inzwischen wurden bereits Dutzende von Produkttypen mit positivem Ergebnis geprüft und Millionen von Masken damit verkehrsfähig gemacht. 

„Eigentlich ist der so geprüften CPA exklusiv für die Versorgung des Gesundheitswesens zum Schutz vor dem Virus gedacht“, sagt Dr. Martin Liedtke, Koordinator für Persönliche Schutzausrüstung im IFA. Trotzdem werde CPA inzwischen vielerorts im Handel angeboten, und wer Bedarf hat, greife natürlich zu. Liedtke: „Darunter sind sicher auch Betriebe, die filtrierenden Atemschutz grundsätzlich für die verschiedensten Tätigkeitsbereiche benötigen, zum Beispiel an Arbeitsplätzen mit hoher Staubbelastung oder für den Umgang mit Kühlschmierstoffen.“

CPA ist für den Laien oft nicht von sonst üblichem, zertifiziertem Atemschutz zu unterscheiden. Aber: CPA ist keine Persönliche Schutzausrüstung gemäss der Europäischen Prüfnorm EN 149 für filtrierende Halbmasken. Er ist in puncto Schutzwirkung nicht mit Atemschutz gleichzusetzen, der nach dieser Prüfnorm zertifiziert wurde. CPA soll gegen das Virus schützen. „Das heisst aber nicht automatisch, dass die Atemschutzmasken auch gegen sonstige luftgetragene Schadstoffe, zum Beispiel ölhaltige Aerosole mit teils krebserzeugenden Inhaltsstoffen, Schutz bieten“, sagt der IFA-Experte. 

Weiterführende Informationen

www.dguv.de

SGIG GV & Fachtagung 2020

Der Präsident der SGIG Ludwig Binkert begrüsste die Referenten und die zahlreich erschienenen Teilnehmer zur SGIG GV und Fachtagung bei der Hug AG in Malters. Er bedankte sich bei Co-Geschäftsleiterin Anna Hug und Produktionsleiter Erich Regli für die Gastfreundschaft – sowie bei Martin Wettmann und Peter Klauser für die Organisation der Tagung.

Der Neubau backhaus, Stand Februar 2020. © HUG AG

Zur SGIG Generalversammlung waren 58 stimmberechtigte Teilnehmer erschienen. Es wurden die statutarischen Geschäfte behandelt und die Versammlung bewilligte die Jahresrechnung und entlastete den Vorstand unter Leitung des Tagespräsidenten Georges Heinzen. Ludwig Binkert verdankte dem scheidenden Kassier Andreas Merz und seiner Frau Trudy ihren 5-jährigen Einsatz für die Studiengruppe. Sie haben ihre Aufgaben immer zuverlässig und kompetent wahrgenommen und erfüllt. Der Präsident überreichte ihnen zum Dank eine Früchteschale mit einigen Flaschen Wein für eine gemütliche Runde. Ebenso verdankte er Werner Duttweiler vom Universitätsspital Basel-Stadt seinen Einsatz als Delegierter der Studiengruppe beim Dachverband für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz suissepro.

Neu wurden Giuseppe Costa, Leiter Unfall bei HRM Systems in Winterthur, in den Vorstand und Beat Strebel, Leiter Arbeitssicherheit bei Habasit AG in Reinach BL, als Delegierter der SGIG bei der Dachorganisation suissepro gewählt. Das durch Andreas Merz präsentierte Budget für das Jahr 2020 wurde einstimmig genehmigt. Die Jahresbeiträge für Einzel- und Kollektivmitglieder bleiben unverändert.

World-Café: Vision SGIG 2030

Unter der Leitung von Peter Klauser fand ein World-Café statt mit den fünf Posten: Bigorio Seminare – Tagungen – Fachbereiche – PR – Dienstleistungen und Sonstiges. Ziel war, unter Mitwirkung aller Mitglieder, die künftige Ausrichtung und Gestaltung der SGIG zu erarbeiten. Unter Leitung der Vorstandsmitglieder fand an den Posten ein reger Austausch von Erfahrungen, Hinweisen und Ideen für die Zukunft der Studiengruppe statt. Der Vorstand bedankt sich für die Mitarbeit und wird die Mitglieder in geeigneter Form über die Weiterentwicklung auf dem Laufenden halten.

«Natürlich – ehrlich» mit Swissness unterwegs

Durch die Co-Geschäftsleiterin der Hug AG, Anna Hug, wurde den Anwesenden die Firmenphilosophie, die Werte und die Ziele des Unternehmens vorgestellt. Die Firma Hug wurde vor mehr als 140 Jahren mit einer Bäckerei in Luzern gegründet. Der Grundstein zum Erfolg hat Josef Hug-Meyer mit der Erfindung des Zwiebacks gelegt. Seither sind unzählige weitere Gebäcke wie z.B. Läckerli, Willisauer-Ringli, Dar-Vida Crackers, Gastronomie-Gebäcke, Tiefkühlsnacks und Bricelets dazugekommen. Die Hug AG ist ein typischer Schweizer Familienbetrieb mit den drei Standorten Malters, Willisau und Trimbach. Heute ist die Ablösung der 5. Generation durch Anna Hug (Marketing und Verkauf) und Fabian Hug (Entwicklung, Innovation, Qualitätsmanagement) sichergestellt. HUG steht für: «Herzlich» «Unternehmerisch» und «Gewissenhaft». Diese Grundsätze sind Teil der Philosophie und die Basis für das unternehmerische Handeln.

Projekt «backhaus»/Integration Wernli Trimbach am Standort Malters

Marianne Wüthrich Gross stellte das Grossprojekt backhaus vor. Sie war Standortleiterin in Trimbach und ist nun Projektleiterin backhaus in Malters. Nach umfangreichen Abklärungen musste man, insbesondere aus Gründen des fehlenden Platzes für eine Erweiterung, die Idee der Weiterführung des Standortes Trimbach verwerfen. Für CHF 60 Mio. (Bau und Anlagen) erstellt das Unternehmen nun am Standort Malters ein neues Fabrikationsgebäude für die Produktionslinien von Trimbach. Möglichst viele Mitarbeitende von Trimbach sollen nach Malters mitkommen und dort diese Anlagen ex Trimbach betreiben. Gleichzeitig wird auch ein Lager mit 1300 Paletten Plätzen erstellt. Umgezogen werden fünf komplette Produktionslinien inkl. vor- und nachgelagerte Prozesse. Die Planung und Umsetzung dieses Projektes verlangten Zeit, Personal und eine vorausschauende Kommunikation. Die Anwesenden erhielten einen guten Einblick in den immer noch laufenden Integrationsprozess für die Mitarbeitenden aus Trimbach, welcher die Firma offen und menschlich, mit Wertschätzung und Toleranz gestaltet.

Momentan sieht es so aus, dass dank den grossen Bemühungen rund 80% der Mitarbeitenden beabsichtigen, ihre berufliche Zukunft bei Hug AG in Malters weiterzuführen. Damit kann auch das grosse vorhandene Know-how und somit die Produktequalität gesichert werden.

Lebensmittelsicherheit versus (?) Arbeitssicherheit

Beat Bryan vom Qualitätsmanagement erläuterte, wie die beiden Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Bestandteil aller Bausitzungen, Umzugssitzungen und in den regelmässigen KVP-Sitzungen im laufenden Betrieb sind. In einem Produktionsbetrieb von Lebensmitteln sind die Themen Lebensmittelsicherheit und Arbeitssicherheit eng miteinander verknüpft. Aus Sicht der der Lebensmittel gibt es die HACCP Grundsätze (Erkennen, Bewerten und Beherrschen von biologischen, chemischen oder physikalischen Gefahren), welche zusammen mit der guten Herstellungspraxis (GHP) die Sicherheit der Produkte gewährleisten. Wie bei der Arbeitssicherheit, geht es auch bei der Lebensmittelsicherheit um die Gesundheit von Menschen. Während beim einen die Mitarbeitenden im Vordergrund stehen, sind es beim Andern die Kunden (und das sind die Mitarbeitenden auch!).

Viele Massnahmen zur Beherrschung von Risiken in Bereichen wie Reinigungsmittel, Arbeitsschuhe, Food Defense, ansteckende Krankheiten, etc. dienen sowohl der Arbeits-, als auch der Lebensmittelsicherheit. Eine gute Betriebskultur und Teamarbeit bilden die wichtige Basis für das Funktionieren dieser Massnahmen. Lebensmittelsicherheit und Arbeitssicherheit stehen zeitweise aber auch miteinander im Konflikt, denn man verlangt z.B. ständiges Waschen/Desinfizieren, es braucht Stossschutze (= Kunststoff oberhalb Produktionsanlagen), Einklemmschutze um Mitarbeitende an den Maschinen zu schützen usw. Dies bedeutet jedoch wiederum ein «Fremdkörper Risiko» für die Produkte, oder eine erschwerte Reinigung. Bezüglich dem Grossprojekt backhaus umschrieb Beat Bryan noch die Eckpunkte der Bau- und Betriebsplanung, des Transfers der Produkte, Produktionslinien und Mitarbeitenden. Die minutiöse Produktionsplanung im Vorfeld und der sichere phasenweise Umzug der fünf Produktionslinien von Trimbach nach Malters ist Voraussetzung dafür, dass die Firma auch während dieser Phase sichere Produkte in gewohnt guter Qualität und genügender Menge liefern kann.

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Unter dem Namen Studiengruppe für Gesundheitsschutz in Industrie, Dienstleistung und Gewerbe (SGIG) besteht ein 1956 gegründeter Verein, der die Förderung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes in der Arbeitswelt zum Ziel hat. Die Studiengruppe unterstützt den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Arbeitsärzten, Arbeitshygienikern, Sicherheitsingenieuren, Sicherheitsfachleuten und anderen Personen, wie Linienvorgesetzte, die sich mit Fragen aus den erwähnten Sachgebieten beschäftigen und bietet entsprechende Fachtagungen und Fortbildungsangebote an.

Die SGIG ist eine Sektion des Dachverbandes suissepro der Fachgesellschaften für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Praktische Ratschläge zum Reisen in der Schweiz

Seit dem 11. Mai kann sich die Schweizer Bevölkerung wieder freier bewegen, da das Angebot des öffentlichen Verkehrs wieder hochgefahren ist. Der Individualverkehr bleibt jedoch die sicherere Lösung. Der TCS hat eine Liste von Sicherheitsmassnahmen für jede Art von Verkehr aufgestellt, rät jedoch weiterhin, sich auf die allernötigsten Fahrten zu beschränken.

Die Gesichtsmaske ist beim Velofahren überflüssig. © Depositphotos/monkeybusiness

Die wichtigsten öffentlichen Verkehrsunternehmen der Schweiz haben angekündigt, ab Montag ihren Fahrrhythmus wieder zu erhöhen, sodass das Reisen innerhalb der Schweiz wieder einfacher sein wird. Das Risiko einer neuen Covid-19-Ansteckungswelle besteht jedoch weiterhin. Die Erhöhung des Verkehrsangebots wird deshalb von präventiven gesundheitlichen Massnahmen begleitet, welche die Mitte März eingeführten Regeln ergänzen. Der TCS begleitet seine Mitglieder im Einklang mit den vom BAG auferlegten Massnahmen und empfiehlt, diese unabhängig vom gewählten Fortbewegungsmittel zu beachten. Es wird weiterhin dringend geraten, sich nicht mit den Händen in das Gesicht zu fassen und sich die Hände regelmässig zu waschen.

Zu Fuss Gehen ist gesund
Es ist empfohlen, Strecken so oft wie möglich zu Fuss zu zurückzulegen – auch weil die körperliche Betätigung gesundheitsfördernd ist. Dr. Markus Luethi, Arzt beim TCS, empfiehlt allgemein körperliche Anstrengung: „Das Kreislaufsystem in Bewegung halten, also zu stärken, ist ein wichtiges Mittel, um bei guter Gesundheit zu bleiben. Ein gesundes und widerstandsfähiges kardiovaskuläres System hilft schwere Krankheiten zu überwinden und beschleunigt die Erholung. Das Tragen von Gesichtsmasken ist empfohlen, wenn der gebotene Abstand zwischen Personen, die nicht im gleichen Haushalt wohnen, nicht eingehalten werden kann.“

Die Gesichtsmaske ist beim Velofahren überflüssig
Beim Velofahren muss ein Abstand von zwei Metern zu anderen Fahrradfahrern eingehalten werden, aber das Tragen einer Gesichtsmaske wird nicht empfohlen. Dr. Markus Luethi ruft in Erinnerung, dass die Hygieneregeln eingehalten werden müssen, auch wenn es keinen direkten physischen Kontakt zu anderen Personen gibt: „Man muss um seine persönliche Hygiene besorgt sein, nachdem man zum Beispiel die Lenkstange seines Fahrrads berührt hat. Es gilt vor allem, die Hände sorgfältig zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen.“ Der TCS empfiehlt ebenfalls, regelmässig die Lenkstange und alle berührten Teile des Velos mit Seife zu säubern, um so jeglicher Ansteckungsgefahr entgegenzuwirken.

Weitere Infos

www.tcs.ch

Internationaler Tag der Pflege

«Stell dir vor, du brauchst Pflege und niemand ist da». Zum 12. Mai lanciert der SBK (Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK - ASI) einen öffentlichen Appell. Künstler aus der ganzen Schweiz haben Songs für die Pflegenden komponiert – um Danke zu sagen und am Tag der Pflege doch auch feiern zu können. International ist der Tag der Pflege auch als «International Nurses Day" bekannt.

Taten statt Worte zum internationalen «Tag der Pflege» oder «International Nurses Day“. Der SBK lanciert einen Appell und feiert mit Songs von Künstlern aus der ganzen Schweiz. © Depositphotos/alexraths

«Wir hätten den Tag der Pflege im WHO-Jahr der Pflegefachpersonen gerne mit einem grossen Fest gefeiert», sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des SBK. «Stattdessen befinden wir uns in der grössten globalen Gesundheitskrise der jüngeren Geschichte». Die Pflegenden leisten hierzulande und weltweit Ausserordentliches. «Die Pandemie hat unsere Arbeit in den Vordergrund gerückt und gezeigt, wie wichtig die Pflegenden in der Gesundheitsversorgung sind.» Allerdings liegt Vieles im Argen; es droht ein Pflegenotstand. Der SBK warnt seit Jahren davor. «Es braucht jetzt Taten statt Worte» betont Ribi. «Als nächstes hat es die ständerätliche Gesundheitskommission in der Hand, den indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative anzupassen.»

Die Fakten sind schon lange auf dem Tisch
Bis 2030 braucht es 65’000 zusätzliche Pflegende. Doch die Ausbildungszahlen sind viel zu tief, bei den diplomierten Pflegefachpersonen wird nicht mal die Hälfte des Bedarfs ausgebildet. Fast jede zweite Pflegefachperson verlässt den Beruf frühzeitig und aktuell sind 11’000 Pflegestellen vakant.

Das sind die Zahlen, die eigentlich allen klar machen sollten, dass die pflegerische Versorgung der Bevölkerung in der Schweiz gefährdet ist, auch ohne Pandemie.
«Unsere Leute arbeiten auch unter normalen Bedingungen über der Belastungsgrenze. Neben einer Ausbildungsoffensive braucht es im indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative nun zwingend weitere Verbesserungen. Wir brauchen genug Zeit für die Pflege unserer Patienten. Die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Berufes müssen sich verbessern, damit die Ausgebildeten im Beruf bleiben.»

Mit dem öffentlichen Appel will der SBK – noch einmal – die Unterstützung der Bevölkerung suchen. Diese hatte sich schon 2017 hinter die Pflegenden gestellt. Innerhalb von acht Monaten sind die notwendigen Unterschriften für die Volksinitiative für eine starke Pflege zusammengekommen. «Die Menschen wissen, was auf dem Spiel steht. Sie wollen eine starke Pflege. Sie wollen sicher sein, dass sie kompetent gepflegt werden, wenn sie Pflege brauchen», betont Yvonne Ribi.

Musikalische Geschenke zum 12. Mai von Gimma, Any Sabadi und Social Misdancing und von Nico N&P und Pascal Rinaldi
Mitten in der Corona-Krise haben der Bündner Rapper Gimma, die junge Bündner Musikerin Any Sabadi gemeinsam mit den Liechtensteiner Musikern Andi Biedermann und Ryan Michel aka «Social Misdancing» den Song «Alles und no meh» produziert. Der Song ist als Dank und Anerkennung für die Gesundheitsfachpersonen gedacht. Der SBK hat die Radios dazu aufgerufen, den Song am 12. Mai in ihr Musikprogramm aufzunehmen. «Wir freuen uns riesig, dass wir diesen grossartigen Song für den 12. Mai verwenden dürfen», sagt Yvonne Ribi.

«Zudem sind wir sehr glücklich, dass der bekannte Tessiner Rapper Nico N&P auf unsere Anfrage hin spontan den Song ‹Senza fiato› produziert hat, der in den Tessiner Radios laufen wird. Auch der Walliser Künstler Pascal Rinaldi schrieb in Rekordzeit einen Song für die Pflege, das ist grossartig. Schliesslich ist der 12. Mai auch ein Tag zum Feiern, und das geht am besten mit Musik!»

Links:

Ohne die Pflege geht nichts! Wann, wenn nicht jetzt muss auch die Politik darauf reagieren. Mit einem offenen Brief forderte der SBK am 21. April 2020 das Parlament auf, die Forderungen der Pflegeinitiative endlich umzusetzen. Die Botschaft wurde gehört. Zahlreiche grosse Tageszeitungen und das Fernsehen nahmen sie auf. Doch es braucht einen weiteren Schub von den Pflegefachpersonen und der Bevölkerung, damit im Parlament zu Gunsten der Pflegeinitiative entschieden wird. Deshalb richten wir gemeinsam einen Appell an die Politik. Sie erhalten am 12. Mai den Link zum Appell, mit der Bitte diesen zu unterzeichnen und weiterzuleiten.

Ein Appell für die Pflege – ab dem 12. Mai zum Unterschreiben

Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK – ASI: www.sbk-asi.ch
www.pflegeinitiative.ch

International Council of Nurses ICN

Schulen gehen wieder auf – Fahrzeuglenkende müssen doppelt aufpassen

Nach mehreren Wochen Homeschooling werden ab Montag wieder viele Kinder auf ihrem Schulweg unterwegs sein. Fahrzeuglenkende müssen wissen, dass sich Kinder dabei oft überraschend verhalten und sich so in Gefahr bringen. Darum haben Kinder unsere volle Aufmerksamkeit verdient – im Strassenverkehr und auch sonst: Die BFU lanciert einen Wettbewerb und sucht die «überraschendsten Kinder der Schweiz».

Fahrzeuglenkende müssen wissen, dass sich Kinder dabei oft überraschend verhalten und sich so in Gefahr bringen. © Depositphotos/modfos

Seit die Schulen Mitte März geschlossen wurden, sind deutlich weniger Kinder auf und entlang der Strassen unterwegs. Ab Montag werden die Autofahrerinnen und Autofahrer auf ihren Fahrten wieder Kindern auf dem Schulweg begegnen. Die BFU macht alle Verkehrsteilnehmenden darauf aufmerksam, dass sich Kinder auf dem Trottoir und auf der Strasse oft überraschend verhalten.

Für Kinder ist der Schulweg ein besonderes Erlebnis. Sie spielen, toben herum und haben sich nach der langen Zeit, in der sie sich nicht sehen konnten, sicher viel zu erzählen. Dass entlang der Strasse Gefahren lauern, geht dabei schnell vergessen. Pro Jahr gibt es im Schweizer Strassenverkehr total 950 Unfälle mit Kindern, die zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett unterwegs sind. Dabei werden 180 Kinder schwer verletzt, durchschnittlich 7 Kinder sterben. 40 % dieser Unfälle ereignen sich auf dem Schulweg, und das nicht nur zu Beginn des Schuljahres – darum ist auch jetzt Vorsicht geboten.

Suche nach den überraschendsten Kindern

Kinder bewegen sich oft in ihrer Fantasiewelt. Sie brauchen also unsere volle Aufmerksamkeit im Strassenverkehr, aber nicht nur dort. Sie verdienen sie auch sonst: Die BFU sucht unter allen Kindern Überraschungskünstlerinnen und -künstler und zeigt, dass Unerwartetes fernab der Strasse durchaus erwünscht ist. Die Kinder dürfen mit einem selbstgedrehten Video beweisen, was sie können.

Auch wenn flinke Finger auf dem Klavier und präzise Fussballschüsse Eindruck schinden – bei diesem Videowettbewerb punktet man mit dem Faktor Überraschung. Das geht mit ganz einfachen Ideen und braucht keine jahrelange Übung. Wer kann die Augenbrauen tanzen lassen? Mit den Ohren wackeln? Einen Zaubertrick vorführen? Kinder zwischen vier und zwölf Jahren haben bis zum 10. Juli Zeit, ihr Video einzusenden. Alle Informationen gibt es auf doppelt-aufpassen.ch.

Fünf Tipps an Fahrzeuglenkerinnen und -lenker, damit der Schulweg sicherer wird:

  • Bei Kindern mit allem rechnen
  • Tempo verlangsamen
  • Bremsbereit sein
  • Am Fussgängerstreifen ganz anhalten
  • Rund um Schulen doppelt aufpassen

 Weitere Infos:

www.bfu.ch

Gartenarbeit: Grüner statt blauer Daumen

Mit dem Frühling und den schönen Tagen steigt auch der Tatendrang bei den Hobby-Gärtnerinnen und Hobby-Gärtnern – in diesem Jahr vermutlich umso mehr, als der Bundesrat empfohlen hat, möglichst zu Hause zu bleiben. Bei Gartenarbeiten können jedoch auch Unfälle passieren. Jährlich werden etwa 14 000 Verletzungen erfasst, die eine medizinische Behandlung erfordern.

Mit dem Frühling und den schönen Tagen steigt auch der Tatendrang bei den Hobby-Gärtnerinnen und Hobby-Gärtnern. © Depositphotos/oocoskun

Im Frühling verbringen viele Schweizerinnen und Schweizer gerne Zeit in ihrem Garten, um Gemüse anzupflanzen, Ziersträucher zu pflegen oder den Boden zu düngen. Dieses Jahr dürfte diese Aktivität eine noch grössere Bedeutung bekommen, da sie den Menschen die Möglichkeit gibt, etwas frische Luft zu schnappen und gleichzeitig der Empfehlung des Bundesrats zu folgen, wenn möglich zu Hause zu bleiben.

Sturz von der Leiter besonders schlimm

Bei der Gartenarbeit passieren auch Unfälle, mehr als 14 000 pro Jahr. In rund 400 Fällen ist eine schwere Verletzung oder gar eine Invalidität die Folge. Viele Unfälle geschehen wegen mangelnder Routine, Leitern haben die gravierendsten – manchmal sogar tödliche – Folgen. Das Unfallrisiko im eigenen Garten lässt sich jedoch senken, wenn man einige Tipps und Massnahmen befolgt.

  • Für Arbeiten in der Höhe eine standsichere Leiter verwenden: am sichersten steht die Leiter auf einer ebenen Fläche. Und wer eine Anstellleiter an einem Baum benützt, fixiert das obere Ende an einem Ast für mehr Sicherheit.
  • Immer die passende Schutzausrüstung tragen: geschlossene Schuhe mit gutem Profil, Schutzbrille, Handschuhe und – wenn es laut wird – einen Gehörschutz.
  • Bei elektrischen Geräten lohnt es sich immer, zuerst die Anleitung gut durchzulesen – und die Geräte nur für das einzusetzen, wofür sie auch gedacht sind.
  • Wer draussen elektrische Geräte verwendet, muss diese gemäss Electrosuisse-Normen an einer Steckdose anschliessen, die mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI-Schutzschalter/RCD) versehen ist. Dieser schützt vor Stromschlägen. Und: Wer eine Pause macht, zieht den Stecker.
  • Bei ätzenden Gartenchemikalien ist besondere Vorsicht geboten: Handschuhe, Schutzbrille und Maske schützen. Wichtig ist, die Chemikalien im Originalbehälter aufzubewahren – sicher verschlossen und für Kinder unerreichbar.

Weitere Infos

www.bfu.ch

Gesundheitsschutz & Arbeitssicherheit mit Erfolg

Grundsätzlich will niemand bei der Arbeit verunfallen oder anderweitig gesundheitlichen Schaden erleiden. Trotzdem lässt sich der Mensch aufgrund Routine, Bequemlichkeit oder auf der Suche nach neuen Herausforderungen zu riskantem, womöglich gesundheitsgefährdendem Verhalten hinreissen. Dies ist in der Natur des Menschen begründet. Was sind Massnahmen, um exponierte Personen zu sensibilisieren? Wie lässt sich die Einstellung der Mitarbeitenden ändern? Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihren Unternehmen für sicherheits- und gesundheitsbewusstes aber dennoch effizientes Arbeiten? Spannende Ausführungen zu dieser Thematik sind am 10. November 2020 in Zürich an der Tagung «Gesundheitsschutz & Arbeitssicherheit mit Erfolg» in Aussicht gestellt.

Mit Führung und Einbettung von «Health, Safety, Environment» in Gesamtorganisationen am praktischen Beispiel geht die Vortragsreihe los. © Depositphotos/Goodluz

Mit Führung und Einbettung von «Health, Safety, Environment» in Gesamtorganisationen am praktischen Beispiel geht die Vortragsreihe los. Präsentiert von einem HSE-Manager. Warum sich der Sika-Konzern zu «Vision Zero» bekennt und wie der aktuelle Stand der Umsetzung ist, erfährt der Teilnehmende direkt aus erster Hand. Aus Unfällen und Fehlern anderer lernen: Wie gelingt dieser Know-how-Transfer? Der Abteilungsleiter Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz bei der Suva geht diesem Aspekt auf den Grund. Mit den Themen Sicherheit bei nicht ortsfesten Arbeitsplätzen und den teuren, schmerzhaften Absenzen im Betrieb wird der Vormittagsteil abgeschlossen.

Menschliches Verhalten

Psychologische Aspekte beeinflussen die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz stark. Wie wird menschliches Verhalten erfolgreich verändert? Wie führen bei ASGS Anreize statt Verbote zum besseren Ziel? Der RANAS-Ansatz und die «Nudging»-Methode sind hier passend. Was steckt dahinter? Mehr davon gibt’s am 10. November 2020 zu hören. Der Faktor Kommunikation ist zudem Erfolgspfeiler für funktionierende Sicherheitsaktivitäten. Ein Experte für Führungskommunikation rundet mit seinen Ausführungen hierzu die Veranstaltung ab.

Info: Alle bisher angemeldeten TeilnehmerInnen behalten den Platz bis auf weiteres garantiert. Sie werden von der SAVE AG angeschrieben, ob für Sie die Teilnahme am Verschiebungstermin möglich ist.

Zur Anmeldung

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